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Miete: So prüfen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung

Miete: So prüfen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Die alljährliche Nebenkostenabrechnung und damit verbunden die Aufforderung hohe Nachzahlungen zu leisten, ist das Top-Streitthema zwischen Vermieter und Mieter. Hier einige Tipps, auf was Mieter bei der Nebenkostenabrechnung unbedingt achten sollten.

Zuerst: Mietvertrag prüfen!

Mieter sollten zunächst einen Blick in ihren Mietvertrag werfen, ob und welche Nebenkosten zur Miete vereinbart wurden. Wird die Miete im Mietvertrag als Brutto- oder Warmmiete bezeichnet, sind die Nebenkosten bereits in der Miete enthalten. Auch wenn ein Pauschalbetrag für die Nebenkosten zwischen Mieter und Vermieter vereinbart wurde, kann der Vermieter keine Nachzahlung verlangen.

Gebot der Wirtschaftlichkeit muss beachtet werden!

Der Vermieter muss bei der Bewirtschaftung seines Vermietungsobjekts dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entsprechen. Dies bedeutet, dass er etwa Brennstoff wirtschaftlich einkaufen muss. Liegt der Verdacht nahe, dass der Vermieter gegen das Verstößt der Vermieter gegen dieses Gebot, so kann der Mieter die Kosten auf ein verhältnismäßiges Maß kürzen.

Instandhaltung und Reparatur muss der Mieter nicht zahlen!

Gut zu wissen: Alle Ausgaben die für Verwaltung, Reparatur oder Instandhaltung anfallen, dürfen vom Vermieter nicht als Nebenkosten auf die Mieter umgelegt werden.

Mehrfachabrechnungen überprüfen!

Mieter sollten bei ihrer Nebenkostenabrechnung genau darauf achten, dass Betriebskosten nicht mehrfach abgerechnet werden: Gerne werden beispielsweise Hausmeisterkosten bei Gartenpflege oder Hausreinigung nochmal angesetzt. Auch Heizkosten der Trockenräume werden von Vermietern oft unbemerkt sowohl bei den Heizkosten wie auch bei den Kosten für die Waschmaschine abgerechnet.

Kosten für Müllüberprüfung sind umlagefähig!

Die Kosten für die Überprüfung der Mülltrennung und des Nachsortierens von Müll können auf die Mieter umgelegt werden, entschied das Amtsgericht Frankenthal (Aktenzeichen 3a C 288/18). Der Vermieter müsse nicht die Kosten für pflichtwidriges Verhalten des Mieters zahlen. Zudem sei eine ordnungsgemäße Mülltrennung im Sinne alles Mieter.

Diese Kosten müssen Mieter nicht tragen:

• Bank- und Kontoführungsgebühren • Mietausfallversicherung • Hausratversicherung oder die Rechtsschutzversicherung • Reparaturkosten des Aufzugs • Kosten für Wachschutz • Installations- und Anschlussgebühren einer Gemeinschaftsantennenanlage • Grunderwerbsteuer, Erbschaftssteuer, Einkommenssteuer für Mieteinnahmen, Hypothekengewinnabgaben • Öffentliche Lasten des Grundstücks wie Anschlussgebühren oder Benutzungsgebühren • Verwalterkosten • Portokosten und Kosten der Erstellung der Abrechnung • Einmalige Kosten der Ungezieferbeseitigung • Umlagefähige Müllkosten sind nicht: Abfuhr von Bauschutt oder Gartenabfällen • Hohe Wasserkosten, die aufgrund eines Rohrbruchs entstanden sind, bei dem eine unbekannte Menge Wasser ausgelaufen ist • Zu den Kosten der Gartenpflege gehört nicht die Neuanlage des Gartens, Anschaffung von Gartengeräten • Erneuerung der Gehwegplatten • Wartung von Fenstern • Erneuerung von Leuchtmitteln, Lichtschaltern und Sicherungen

Vorsicht: An Streitwert denken!

Mieter, die gerichtlich gegen ihre Nebenkostenabrechnung vorgehen wollen, sollten sich genau überlegen, ob sie die gesamte Nebenkostenabrechnung in Frage stellen, oder sich auf einzelne Positionen beschränken wollen. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 15 W 388/18) wird im Fall einer Anfechtung der gesamten Nebenkostenabrechnung 50 Prozent vom Gesamtbetrag der Jahresabrechnung angesetzt. Das bedeutet, dass Mieter, die die gesamte Nebenkostenabrechnung gerichtlich überprüfen lassen, aber nur in einzelnen Positionen Recht bekommen, zum Teil an den Gerichtskosten beteiligt werden.

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