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Schimmel in der Mietwohnung - Mietminderung?

Schimmel in der Mietwohnung - Mietminderung? © mko - topopt
Im Herbst sind viele Wohnungen und Häuser wieder von Feuchtigkeit und Schimmelbildung betroffen. Tritt das Problem im Mietverhältnis auf, kommt es zwischen Vermieter und Mieter sowohl hinsichtlich der Ursache als auch der Beseitigungskosten immer wieder zum Konflikt. Wie sollen Mieter bei Schimmelbildung in der Wohnung vorgehen?

Zunächst: Grund für Schimmelbildung ermitteln!

Wenn es dem Mieter möglich ist, sollte er den Grund für die Schimmelbildung ausfindig machen. Zunächst sollte er sein Lüftungsverhalten überprüfen. Falsches oder zu weniges Lüften kann auch zu einer Schimmelbildung führen, was aber nicht zur Mietminderung berechtigt, da Lüften im Verantwortungsbereich des Mieters liegt. Ein Mietmangel stellt Schimmelbildung nur dann dar, wenn sie auf die Bausubstanz und nicht nur auf falsches Lüften zurückzuführen ist, so das Landgericht Frankfurt/Oder (Aktenzeichen 19 S 22/09). Drei- bis vier Mal täglich Lüften ist für einen Mieter zumutbar, so das Landgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen 2-17 S 89/11).

Vermieter informieren!

Tritt Schimmel in der Mietwohnung auf, obwohl der Mieter ausreichend lüftet, muss er seinen Vermieter sofort über den Schimmelbefall in Kenntnis setzen. Anderenfalls riskiert der Mieter sein Recht auf Mietminderung und Schadensersatz zu verlieren. Mieter haben gegenüber dem Vermieter keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn sie die Anzeige des Mietmangels Schimmel an den Vermieter unterlassen und aufgrund der Schimmelbildung in der Mietwohnung erkranken, so das Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 22 W 33/05). Auch wenn Schimmel erneut in der Mietwohnung auftritt, muss der Mieter dies dem Vermieter umgehend anzeigen, so das Amtsgericht München (Aktenzeichen 431 C 20886/11). Eine solche erneute Anzeigepflicht trifft den Mieter auch dann, wenn eine Mängelbeseitigung vorgenommen wurde, die aber nicht dauerhaft erfolgreich war. Die unverzügliche Anzeige des Schimmelbefalls in der Wohnung ist auch deshalb wichtig, weil der Vermieter die Möglichkeit haben muss, den Mietmangel Schimmel schnellst möglich zu beseitigen. Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 182/06) hielt den überstürzten Auszug aus der Wohnung und die fristlose Kündigung eines Mieters wegen Schimmelbildung in seiner Wohnung für unwirksam, da er dem Vermieter nicht die Möglichkeit eingeräumt hatte, den Schimmel zu beseitigen.

Vermieter bleibt untätig- Mietminderung!

Wird der Vermieter allerdings trotz Mangelanzeige nicht tätig, oder das Schimmelproblem wird nicht dauerhaft gelöst, dann können Mieter die Miete mindern. Die Höhe der Mietminderung hängt in der Regel davon ab, wie viel Wohnfläche betroffen ist. Schimmelbildung im Bad rechtfertigt eine Mietminderung von 33 Prozent, entschied das Amtsgericht Schöneberg (109 C 256/07). Kommen Trocknungsgeräte zum Einsatz, kann der Mieter die Miete laut Gericht um 100 Prozent mindern.

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