Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Mutterschutz: Anspruch, Dauer und Geld

Mutterschutz: Anspruch, Dauer und Geld freie Mitarbeiterin arbeitet an ihrem Laptop © freepik
Schwangere oder frischgebackene Mütter stehen im Rahmen ihrer Berufstätigkeit unter dem sog. Mutterschutz. So gelten für sie beispielsweise andere Arbeitszeiten während der Schwangerschaft und nach der Geburt, sie genießen einen besonderen Gesundheits- und Kündigungsschutz vor und nach der Geburt des Kindes und können besondere Leistungsansprüche gegenüber dem Arbeitgeber und der Krankenversicherung geltend machen.

Kann ich Mutterschutz beanspruchen?

Schwangere und Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, haben einen Anspruch auf Mutterschutz. Das gilt nicht nur für Vollzeitarbeitsverhältnisse, sondern auch für Teilzeit, befristete Arbeitsverhältnisse oder in der Probezeit. Auch Auszubildende, Praktikantinnen, Schülerinnen und Studentinnen können Mutterschutz verlangen.

Wann und wie lange bekomme ich Mutterschutz?

Die Mutterschutzzeit dauert in der Regel 14 Wochen. Sie beginnt im Normalfall sechs Wochen vor der Geburt und ist acht Wochen nach der Entbindung zu Ende.

Von wem erhalte ich Mutterschaftsgeld?

Während des Mutterschutzes erhalten Schwangere und Mütter Mutterschaftsgeld von der gesetzlichen Krankenkasse und einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Arbeitnehmerinnen, die privat krankenversichert sind, haben einen Anspruch auf eine pauschale Einmalzahlung vom Bundesversicherungsamt.

Wie viel Mutterschaftsgeld bekomme ich?

Das Mutterschaftsgeld entspricht dem Nettogehalt der Arbeitnehmerin, dass sie die letzten drei Monate durchschnittlich vom Arbeitgeber bekommen hat.

Welche Arbeiten sind während des Mutterschutzes verboten?

Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Tätigkeiten Schwangere und Mütter nicht machen dürfen. So sind alle Tätigkeiten die mit Gefahrstoffen, Strahlungen, Überdruck, Hitze oder Lärm zusammenhängen für diese Arbeitnehmerinnen verboten. Auch Fließbandarbeit oder Akkordarbeit ist während des Mutterschutzes nicht erlaubt. Laut dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Aktenzeichen 10 Sa 491/17) stellt das Aufrechterhalten eines Nutzerprofils auf XING nicht für einen Verstoß gegen ein Beschäftigungsverbot wegen einer Schwangerschaft. Wichtig ist, dass ein Beschäftigungsverbot vom Arbeitgeber eingehalten werden muss, auch wenn die Arbeitnehmerin freiwillig weiterarbeiten möchte, so das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen 12 SA 46/11).

Kann mein Chef mich während des Mutterschutzes kündigen?

Schwangere und Mütter genießen während des Mutterschutzes unter einem besonderen Kündigungsschutz. Während dieser Zeit dürfen sie, von Ausnahmefällen abgesehen, nicht gekündigt werden. Ein Ausnahmefall kann schwerwiegendes Fehlverhalten der Schwangeren sein. Für eine Kündigung während des Mutterschutzes benötigt der Arbeitgeber allerdings die Zustimmung der für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde oder der Gewerbeaufsichtsbehörde. Der Mutterschutz ist unabhängig von der Betriebsgröße oder der Betriebsangehörigkeit zu gewähren. Wichtig ist, dass der Chef von der Schwangerschaft informiert wird. Wird eine schwangere Arbeitnehmerin gekündigt, ohne dass der Chef etwas von der Schwangerschaft weiß, kann sie ihm dies noch zwei Wochen nach der Kündigung mitteilen und steht damit noch unter Mutterschutz. Ist eine Arbeitnehmerin schwanger, weiß aber zum Kündigungszeitpunkt noch nichts von ihrer Schwangerschaft, kann der Schwangerschaftsbeginn rückwirkend berechnet werden: 280 Tage zurück vom voraussichtlichen Termin der Entbindung, so das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 2 AZR 11/22).

Wird der Mutterschutz auf meinen Jahresurlaub angerechnet?

Schwangere Arbeitnehmerinnen müssen ihren Jahresurlaub nicht vor Beginn des Mutterschutzes genommen haben. Der offene Urlaubsanspruch verfällt nicht, er wird auf das erste Quartal des folgenden Jahres übertragen.

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
3.8 / 5 (5 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Arbeitsrecht , 22.09.2015
Degradierung oder Kündigung - Arbeitnehmerin müssen Diskriminierungen in ihrem Arbeitsleben aufgrund einer Schwangerschaft nicht hinnehmen!
3.8 / 5 (4 Bewertungen)
Wissen Aktuell , 01.04.2019
Ab dem 1.4.2019 treten einige gesetzliche Neuerungen in Kraft. So erhalten Schwangere einen leichteren Zugang zu Informationen über Schwangerschaftsabbruch, rund um die Organspende treten Verbesserungen in Kraft und Beschäftigte von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen bekommen mehr Geld.
3.2 / 5 (5 Bewertungen)
Medizinrecht , 26.06.2018
Ein niedriger Anti-Müller-Hormon-Wert bewahrt nicht vor einer Schwangerschaft. Unterlässt eine Frau aufgrund des niedrigen Hormonwertes eine Empfängnisverhütung, kann die darauf resultierende Schwangerschaft nicht dem behandelnden Gynäkologen angelastet werden.
2.0 / 5 (1 Bewertungen)
Arbeitsrecht , 06.10.2015
Privates Telefonieren am Arbeitsplatz ist immer wieder ein Konfliktherd zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Eine Arbeitnehmerin, die während ihren Arbeitspausen vom Firmentelefon aus zu privaten Zwecken bei einer Gewinnspielhotline anrief, erhielt von ihrem Chef die fristlose Kündigung. Zu Unrecht, sagt die aktuelle Rechtsprechung!
3.2 / 5 (5 Bewertungen)
Sozialrecht , 07.08.2018
Kommt eine alkoholisierte Arbeitnehmerin während eines betrieblichen Grillabends auf dem Weg zur Toilette zu Fall und zieht sich dabei einen Bruch des Sprunggelenks zu, handelt es sich dabei um einen Arbeitsunfall für dessen Folgen die Berufsgenossenschaft aufkommen muss.
4.2 / 5 (5 Bewertungen)
Arbeitsrecht , 20.08.2015 (Update 29.09.2021)
Bald ist es wieder soweit: In vielen Firmen und Betrieben werden für die Beschäftigten Grippeschutzimpfungen angeboten. Kommt es im Rahmen einer Grippeschutzimpfung durch den Betriebsarzt zu einem Impfschaden beim Arbeitnehmer, stellt sich die Frage, ob es sich dabei um einen Arbeitsunfall handelt, für dessen Folgen die gesetzliche Unfallversicherung aufkommen müsste.
3.5 / 5 (8 Bewertungen)
Familienrecht , 15.12.2017
Versucht ein getrenntlebendes Elternteil immer wieder eine Urlaubsreise des anderen Elternteils mit dem Kind durch Einschalten des Familiengerichts oder der Polizei zu verhindern, verstößt es gegen die Wohlverhaltenspflicht des Umgangsrechts und muss mit einem Ordnungsgeld rechnen.
4.2 / 5 (6 Bewertungen)
Familienrecht , 26.01.2018
Wenn transsexuelle Menschen ein Kind zeugen oder gebären, gibt es hinsichtlich der abstammungsrechtlichen Frage – Mutter oder Vater – immer wieder Rechtskonflikte. In zwei Fällen hat jüngst der Bundesgerichtshof zu dieser Problematik Stellung genommen.
4.2 / 5 (5 Bewertungen)
Erbrecht , 21.04.2015
Ehegatten und Verwandte können mit einem Vertrag zu Lebzeiten auf ihr gesetzlich zustehendes Erbe verzichten. Doch Vorsicht: Der Erbverzicht kann Folgen für die nachfolgenden Generationen haben.
4.6 / 5 (5 Bewertungen)
Familienrecht , 16.05.2016
Eltern bestimmen die Zugehörigkeit zu einer Religion bei ihrem Kind, auch dann, wenn das Kind nach dem Entzug der elterlichen Sorge bei einer Pflegefamilie aufwächst. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.
3.5 / 5 (6 Bewertungen)
Medizinrecht , 23.01.2012
Rechtsanwalt Joachim Francke Francke & Partner Rechtsanwälte
Anmerkung zu OLG Hamm, Beschluss vom 17.01.2011, I-3 U 112/10, 3 U 112/10 von Joachim Francke, Fach...
3.6 / 5 (5 Bewertungen)
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwalt Eckhard Schulze
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Briloner Landstraße 4-6
34497 Korbach
Fachanwältin Ruth Ebeling
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht
Englerthstraße 40
52249 Eschweiler
Fachanwalt Arnd Leser
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Malerstraße 17
01326 Dresden
Fachanwalt Dr. Ilkka-Peter Ahlborn
Rechtsanwalt & Notar
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Westerfeldstraße 1-3
33611 Bielefeld
Fachanwalt Max Mustermann
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Heinrich-Nicolaus-Straße 22
85221 Dachau
Fachanwalt Martin Graner
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kurfürstendamm 92
10709 Berlin
Fachanwalt Dr. Mathias Lorenz
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Sozialrecht
Homberger Straße 31
47441 Moers
Fachanwalt Rainer Gromes
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Elisabethenstraße 29
64283 Darmstadt
Fachanwalt Peter Scheffer
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Holser Straße 20
32257 Bünde
Fachanwältin Jutta Zimmer-Kappes
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Verwaltungsrecht
Mauritiusstraße 9
65183 Wiesbaden
Fachanwalt Stephan Pache
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kaiserstr. 30
90763 Fürth
Fachanwältin Birgitta Schmale
Fachanwältin für Arbeitsrechtsrecht
Kriegsstr. 45
76133 Karlsruhe
Fachanwalt Bernd Neureither
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Rollossweg 9
69121 Heidelberg
Fachanwalt Thomas Staib
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Goethestrasse 41
75173 Pforzheim
Fachanwalt Dr. Jens-Walter Lüpkes
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Aduchtstraße 7
50668 Köln
Fachanwältin Dr. Beate Heisig
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Bunzlauer Straße 3
50858 Köln