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Religion & Kind: Leibliche Eltern bestimmen Glaubenszugehörigkeit

Eltern bestimmen die Zugehörigkeit zu einer Religion bei ihrem Kind, auch dann, wenn das Kind nach dem Entzug der elterlichen Sorge bei einer Pflegefamilie aufwächst. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.

Im zugrundeliegenden Fall wurde ein Kind direkt nach der Geburt den leiblichen Eltern vom Jugendamt entzogen und in einer Pflegefamilie untergebracht. Den leiblichen Eltern wurde später auch die elterliche Sorge entzogen. Der leiblichen Mutter war es wichtig, dass ihr Kind im muslimischen Glauben erzogen wird. Dies brachte sie auch vor Gericht immer wieder zum Ausdruck. Das Kind lebte in einer römisch-katholischen Familie, die ihre Kinder nach christlichen Werten erzog. Das Kind wollte auf eigenen Wunsch auch getauft werden, um am Religionsunterricht in der Schule teilnehmen zu können. Damit war die leibliche Mutter nicht einverstanden.

Religion: Kind und Vormund haben kein Mitspracherecht

Sie beschwerte sich beim Familiengericht und ihre Beschwerde war erfolgreich. Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 2 UF 223/15) lehnte die Genehmigung, dass Kind nach römisch-katholischen Glauben erziehen zu dürfen ab. Die Mutter habe ihr Erstbestimmungsrecht noch vor dem Entzug der elterlichen Sorge ausgeübt. Daran müsse sich der Vormund halten. Dabei sei es unerheblich, ob dies dem Kindeswohl zuträglich ist. Auch sei nicht entscheidend, dass die leibliche Mutter zu keinem Zeitpunkt in der Lage war die religiöse Erziehung ihres Kindes auszuüben. Maßgeblich sei das Bekenntnis der Mutter zur Religionszugehörigkeit ihres Kindes.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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