Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Samenbank muss Kind Auskunft über Samenspender erteilen

Die Betreiberin einer Samenbank muss einem minderjährigem Kind – vertreten durch seine Eltern – umfassende Auskunft über die Identität eines Samenspenders geben. Dazu gehört sein Name, Geburtsdatum, Anschrift und Personalausweisnummer. Dies entschied kürzlich das Amtsgericht Wedding.

Im zugrundeliegenden Fall entschloss sich ein Ehepaar seinen Kinderwunsch mit Hilfe einer Samenspende zu realisieren. Per Notarvertrag verzichteten sie gegenüber dem Samenspender und dem behandelnden Arzt auf Preisgabe der Identität des Samenspenders. Nach der Geburt des künstlich gezeugten Kindes hielten die Eltern seine Zeugung aufgrund der Samenspende für zweifelhaft und klagten auf Auskunft über die Identität des Samenspenders – im eigenen Namen und in Vertretung für ihr Kind.

Kind hat Anspruch auf Kenntnis seiner Abstammung

Das Amtsgericht Wedding (Aktenzeichen 13 C 259/16) wies die Klage der Eheleute ab, da diese in einer entsprechenden notariellen Beglaubigung auf die Preisgabe der Identität des Samenspenders verzichtet haben. Der Klage des Kindes gab das Gericht hingegen statt. Laut Gericht gibt es zwischen Kind und Samenbank eine Sonderverbindung. Der Behandlungsvertrag zwischen einer Klinik für Reproduktionsmedizin und den zukünftigen Eltern entfalte nach höchstrichterlicher Rechtsprechung eine Schutzwirkung für das Kind. Nichts anderes könne in diesem Fall gelten. Insofern bestehe ein Auskunftsanspruch des Kindes gegenüber der Samenbank. Nach Ansicht des Gerichts besteht für das Kind ein Bedürfnis, die Identität seines Samenspenders zu erfahren. In welchem Alter dies sinnvoll ist, müssten die Eltern entscheiden.

Auskunftsrecht des Kindes überwiegt Rechte des Samenspenders

Dem Samenspender stehe zwar ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu, dieses trete aber hinter dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung zurück. Schließlich habe sich der Samenspender bewusst an der Zeugung menschlichen Lebens beteiligt, was ihm eine entsprechende Verantwortung übertrage.

Samenspender hat auch Anspruch auf Auskünfte über das Kind!

Umgekehrt kann auch der Samenspender Auskünfte über ein Kind verlangen. Eine Mutter muss einem Samenspender Auskunft über ein mit Hilfe einer Samenspende gezeugten Kindes erteilen. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 13 WF 22/14). Ein Auskunftsverweigerungsrecht steht der Mutter nur zu, wenn die Auskunft dem Kindeswohl widerspricht oder sie rechtsmissbräuchlich verlangt wird.

Redaktion fachanwaltsuche.de

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
5.0 / 5 (1 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Familienrecht , 26.01.2018
Mama oder Papa? Beispiele aus der Rechtsprechung zu Transsexuellen © topopt
Wenn transsexuelle Menschen ein Kind zeugen oder gebären, gibt es hinsichtlich der abstammungsrechtlichen Frage – Mutter oder Vater – immer wieder Rechtskonflikte. In zwei Fällen hat jüngst der Bundesgerichtshof zu dieser Problematik Stellung genommen.
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Steuerrecht , 12.11.2015
Kindergeld soll in Deutschland die Grundversorgung von Kindern und damit deren wirtschaftliches Existenzminimum sicher stellen. Jetzt hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es auch bei einem mehrjährigen Auslandsstudium weiterhin einen Anspruch auf Kindergeld geben kann.
Familienrecht , 16.05.2016
Eltern bestimmen die Zugehörigkeit zu einer Religion bei ihrem Kind, auch dann, wenn das Kind nach dem Entzug der elterlichen Sorge bei einer Pflegefamilie aufwächst. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.
5.0 / 5 (1 Bewertungen)
Familienrecht , 10.07.2018 (Update 10.07.2018)
Kindergeld: Wann ist die Ausbildung des Kindes beendet? © topopt
Ein Kindergeldanspruch besteht bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind in der Erstausbildung befindet. Wann das tatsächliche Ende einer Ausbildung im Sinne des Kindergeldrechts erreicht ist, muss häufig von den Gerichten entschieden werden.
4.2 / 5 (5 Bewertungen)
Verwaltungsrecht , 14.02.2018 (Update 14.02.2018)
Altersbeschränkungen bei Lasertag- und Paintballspielen zulässig! © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Lasertag- und Paintballspiele erfreuen sich gerade bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Zwei Gerichte haben jetzt in aktuellen Entscheidungen die Altersgrenzen für beide Freizeitaktivitäten festgelegt.
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Familienrecht , 23.06.2017
Adoptionen von erwachsenen Menschen kommen nicht nur zur Erlangung eines zweifelhaften Adelstitels vor, sondern können auch ein berechtigtes Interesse eines volljährigen Kindes zur Dokumentation seiner neuen Familie sein. Doch welche rechtlichen Konsequenzen sind mit der Volladoption eines Erwachsenen verbunden?
4.333333333333333 / 5 (3 Bewertungen)
Familienrecht , 20.12.2016
Gerade Feiertage wie Weihnachten und Silvester sind für Scheidungskinder schwierig. Bei welchem Elternteil werden die Feiertage verbracht? Haben Mama oder Papa ein Recht auf ihre Kinder an Weihnachten und/oder Silvester? Wie ist das Umgangsrecht von geschiedenen Eltern an Feiertagen geregelt?
4.428571428571429 / 5 (7 Bewertungen)
Familienrecht , 16.07.2012
Rechtsanwalt Matthias Zachmann Zachmann & Partner Rechtsanwälte
Mit seinem Urteil vom 3. Februar 2010, Az. XII ZR 189/06, vollzieht der Bundesgerichtshof eine wichtige Wende in der Frage, ob Schwiegereltern nach Scheitern der Ehe ihres Kindes Geldgeschenke vom Schwiegerkind zurückverlangen können und stärkt den Schwiegereltern den Rücken.
Sozialrecht , 26.02.2016
Trennen sich Paare die auf Sozialleistungen angewiesen sind, führt dies nicht selten zu Problemen. Gerichtlich anerkannt sind inzwischen Ansprüche von Hartz-IV-Empfängern auf Leistungen, die zur Ausübung des Umgangsrechts mit ihren getrennt lebenden Kindern notwendig sind – wie etwa Fahrtkosten zum Kind. Kein Geld gibt es aber für Mehraufwendungen für ein Kind der Ex-Partnerin, entschied aktuell ein Gericht.
5.0 / 5 (2 Bewertungen)
Familienrecht , 21.06.2012
Rechtsanwalt Rechtsanwälte Bender & Ruppel Rechtsanwälte Bender & Ruppel
Kinderbetreuungskosten für einen Kita- oder Kindergartenplatz können in Zukunft aufgrund des Rechtsanspruchs besser eingeklagt werden.
Erbrecht , 24.05.2012
Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert Kanzlei Hilbert & Simon
Die scharfe Pflichtteilsstrafklausel wirkt nicht nur, wenn ein Kind den Pflichtteil geltend macht. Auch wenn es - sogar - den gesetzlichen Erbteil für sich beansprucht, ist es beim zweiten Erbfall enterbt. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden.
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwalt Hans Mustermann
Fachanwalt für Familienrecht
Mohrenstraße 34
10117 Berlin
Fachanwalt Frank Baranowski
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Sandstraße 160 (Kaisergarten)
57072 Siegen
Fachanwalt Dr. Werner Nickl
Fachanwalt für Familienrecht
Ebertstraße 6
73054 Eislingen/Fils
Fachanwalt Reinhard Lüpke
Fachanwalt für Familienrecht
Oranienburger Straße 86
13437 Berlin
Fachanwältin Claudia Pap
Fachanwältin für Familienrecht
Kaiserallee 15 a
76133 Karlsruhe
Fachanwältin Anja Bothe
Fachanwältin für Familienrecht
Alboinstraße 36-42
12103 Berlin
Fachanwältin Monika Aicher
Fachanwältin für Erbrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Bayernstraße 8
83308 Trostberg
Fachanwältin Monika Stürzer
Fachanwältin für Familienrecht
Walter-Kolbenhoff-Straße 5
82110 Germering
Fachanwältin Marion Strater-Neuhaus
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Rankestraße 33
10789 Berlin
Fachanwältin Sonja Schlecht
Fachanwältin für Familienrecht
Urbanstr. 94
10976 Berlin (Kreuzberg)
Fachanwältin Christina Friedrich
Fachanwältin für Familienrecht
Schießgraben 9
55232 Alzey
Fachanwältin Cornelia Werner-Schneider
Fachanwältin für Familienrecht
Uhlandstraße 4
65189 Wiesbaden
Fachanwältin Dr. rer. pol. Margarete Thaktsang-Schall
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Am Seerhein 8
78467 Konstanz
Fachanwalt Klaus Edelthalhammer
Fachanwalt für Familienrecht
Kaiserstraße 30
90763 Fürth
Fachanwältin Daniela Betz
Fachanwältin für Familienrecht
Olgastraße 72
88045 Friedrichshafen
Fachanwältin Christine Holle
Fachanwältin für Familienrecht
Nürnberger Straße 32
01187 Dresden

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung