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Krankengeld: Das sollten Arbeitnehmer wissen!

Krankengeld: Das sollten Arbeitnehmer wissen! Schutzmaske mit 50 Euro Scheinen auf einem Block © freepik
Wer hat einen Anspruch auf Krankengeld? Welche Voraussetzungen müssen für den Bezug von Krankengeld erfüllt sein? Setzt Krankengeld die Vorlage einer schriftlichen Arbeitsunfähigkeit voraus? Was passiert, wenn die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu spät bei der Krankenkasse eingeht?

Wann erhält man Krankengeld?

Krankengeld erhalten Arbeitnehmer, die infolge einer länger als sechs Wochen andauernden Krankheit arbeitsunfähig ist. Die Höhe des Krankengeldes bemisst sich nach dem beitragspflichtigen brutto Arbeitsentgelts. Für dieselbe Krankheit wird Krankengeld maximal 78 Wochen in drei Jahren gewährt.

Förmliche Arbeitsunfähigkeit nötig?

Das Sozialgericht Leipzig (Aktenzeichen S 22 KR 75/16) stellt in seiner Entscheidung fest, dass es für einen Anspruch auf Krankengeld nicht erforderlich ist, dass ein Arzt eine förmliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit eines Patienten auf einem sogenannten Krankenschein quittiert. Es reiche völlig aus, wenn der Arzt die Arbeitsunfähigkeit des Patienten feststelle. Der Arzt müsse auch nicht über eine Kassenzulassung verfügen – die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch einen Klinikarzt reiche für den Anspruch auf Krankengeld aus.

Krankengeld auch bei verspäteter Vorlage der AU?

Trifft die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu spät bei der Krankenkasse ein und ist dies das Verschulden des Arbeitnehmers, entfällt sein Anspruch auf Krankengeld. Liegt die Verspätung aber an der chaotischen Büroorganisation des Arztes, führt das nicht zum Verlust des Krankengeldes, entschied das Sozialgericht München (Aktenzeichen S 7 KR 1719/19).

Kein Anspruch auf Krankengeld bei versehentlicher Zahlung

Erhält ein Patient von seiner Krankenkasse versehentlich Krankengeld ausgezahlt, führt dies nicht dazu, dass dadurch ein Anspruch auf Krankengeld entsteht. Dies stellt das Sozialgericht Stuttgart (Aktenzeichen S 19 KR 566/18) in einem Urteil klar.

Krankengeld kann ElterngeldPlus reduzieren

Das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 10 EG 3/20 R) hat entschieden, dass Krankengeld beim ElterngeldPlus angerechnet werden darf. ElterngeldPlus erhalten Eltern, die frühzeitig wieder in Teilzeit arbeiten. Fällt dieses Einkommen aufgrund von Krankheit weg, wird das Krankengeld auf das ElterngeldPlus angerechnet.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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