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Arbeit: Geld statt Urlaub?

Arbeit: Geld statt Urlaub? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Erkrankt ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum und kann aus diesem Grund seinen Urlaub nicht wahrnehmen, stellt sich die Frage, was mit seinem Urlaubsanspruch geschieht. Kann der Arbeitnehmer eine finanzielle Abgeltung vom Arbeitgeber verlangen? Wird der Urlaub einfach angespart und mit ins nächste Jahr genommen?

Bundesurlaubsgesetz regelt Umgang mit Urlaubsanspruch

In Deutschland regelt das Bundesurlaubsgesetz alle Fragen rund um den Urlaub im Arbeitsverhältnis. Danach kann Urlaub vom Arbeitgeber finanziell abgegolten werden, wenn der Urlaub nicht mehr in Anspruch genommen werden kann, weil das Arbeitsverhältnis endet. Offen lässt das Bundesurlaubsgesetz die Fälle, in denen der Urlaub nicht genommen werden kann, weil der Arbeitnehmer etwa längere Zeit krank oder tot ist.

Arbeitsverhältnis gekündigt: Anspruch auf Urlaubsabgeltung

Ein Arbeitnehmer kann für nicht in Anspruch genommenen Urlaub einen finanziellen Ausgleich verlangen, wenn er selbst das Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund vorzeitig gekündigt hat, entschied der Europäische Gerichtshof (Aktenzeichen C-233/20).

Längere Krankheit- Urlaubsanspruch geht auf das nächste Jahr über

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer nach dem Bundesurlaubsgesetz ihren Urlaub im laufenden Kalenderjahr nehmen, ansonsten verfällt er. Das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 9 AZR 353/10) hat aber in einer Entscheidung klar gestellt, dass ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf bezahlten Urlaub hat, wenn er über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig erkrankt war. Der Arbeitnehmer hat laut Bundesarbeitsgericht im Folgejahr bis zum 31.3. Zeit den „alten“ Urlaub in Anspruch zu nehmen.

Anspruch auf Urlaub kann nicht vererbt werden

Kann ein Arbeitnehmer seinen Jahresurlaub nicht in Anspruch nehmen, weil er verstirbt, haben seine Erben keinen Anspruch auf eine finanzielle Abgeltung seiner Urlaubsansprüche. Dies entschied das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 9 AZR 416/10) im Fall einer Witwe, die vom Arbeitgeber ihres verstorbenen Ehemannes, rund 35 nicht genommene Urlaubstage bezahlt haben wollte.

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