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Traumurlaub Kreuzfahrt - Ihre Rechte als Passagier!

Traumurlaub Kreuzfahrt - Ihre Rechte als Passagier! © mko - topopt
Ob auf dem Mittelmeer, in der Karibik oder auf dem Nil – Kreuzfahrten erfreuen sich bei Urlaubern immer größerer Beliebtheit. Rund 1,8 Millionen Deutsche verbringen aktuellen Statistiken zur Folge ihren Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff - und die Branche boomt. Wenn es Probleme rund um die Kreuzfahrt gibt, sollten Passagiere ihre Rechte kennen.

Zwangstrinkgelder müssen im Gesamtpreis der Kreuzfahrt angegeben werden

Sind bei einer Kreuzfahrt Trinkgelder verpflichtend zu zahlen, muss der Reiseveranstalter dies im beworbenen Reisepreis angeben. Dies entschied das Oberlandesgericht Schleswig (Aktenzeichen 6 U 24/17). Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Kreuzfahrt-Veranstalter im Gesamtpreis der Reise nicht das Serviceentgelt in Höhe von 10 Euro pro Tag und Kreuzfahrtgast angegeben. Nach Auffassung des Gerichts müssen im Gesamtpreis alle Preisbestandteile, die vom Verbraucher zwingend zu zahlen sind, angegeben werden. Bei dem zu entrichtenden Trinkgeld handelte es sich nicht um eine freiwillige Leistung der Urlauber, daher musste es im Gesamtpreis einbezogen werden.

Nichtanlaufen eines Hafens während einer Kreuzfahrt - Reisemangel

Ist das Anlaufen eines bestimmten Hafens während einer Kreuzfahrt vorgesehen und fällt dies etwa aufgrund der politisch angespannten Lage in Ägypten aus, ist dies als Reisemangel anzusehen und gibt dem Kreuzfahrtreisenden einen Anspruch auf Minderung des Reisepreises. Dies entschied das Amtsgericht Rostock (Aktenzeichen 47 C 243/13 ). Berechnet werde die Reisepreisminderung indem vom Gesamtpreis der Reise ein Tagespreis errechnet, davon einen Abschlag abzieht und mit der Zahl der beeinträchtigten Tage multipliziert.

Keine Buchung auf Kreuzfahrtschiff – Entschädigung wegen Vereitelung der Reise

Urlauber, die ihre gebuchte und bezahlte Kreuzfahrt nicht antreten können, weil auf dem Schiff keine Buchung für sie vorlag, haben gegenüber dem Reiseveranstalter einen Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Entschädigung wegen Vereitelung der Reise und auf Schadensersatz für die Mehrkosten für eine Ersatzreise. Dies entschied jüngst der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 94/17). Da der Reiseveranstalter die Kreuzfahrt nicht gebucht hatte, wozu er vertraglich verpflichtet war, wurde die Reise von ihm vereitelt und der volle Reisepreis muss den vermeintlichen Kreuzfahrern entschädigt werden.

Falsches Kreuzfahrtschiff – kein Reisemangel!

Ein Ehepaar buchte bei einem Reiseunternehmen eine Flusskreuzfahrt auf der Rhone. Das Kreuzfahrtschiff war im Reisekatalog ausdrücklich benannt. Kurz vor Reisebeginn teilte das Reiseunternehmen dem Ehepaar mit, dass die Kreuzfahrt mit einem anderen – vergleichbaren – 5-Sterne-Schiff durchgeführt werde. Damit waren die Urlauber nicht einverstanden. Sie kündigten den Reisevertrag und forderten ihr Geld zurück. Das Reiseunternehmen verlangte indes von dem Ehepaar Stornokosten in Höhe von rund 800 Euro. Zu Recht, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 133 C 952/16). Der Austausch eines Kreuzfahrtschiffs stelle keinen Reisemangel dar. Im Reiseprospekt sei auch kein bestimmtes Kreuzfahrtschiff zugesichert worden. Die Unterbringung auf dem neuen Kreuzfahrtschiff weiche auch nicht unzumutbar vom ursprünglichen Schiff ab. Die individuellen Vorstellungen des Urlauberpaars spielten hier keine Rolle, so das Gericht.

Landgang ausgefallen- Schadensersatz vom Kreuzfahrtunternehmen?

Während einer vierzehntägigen Kreuzfahrt um Grönland kam es zu Änderungen der ursprünglichen Reiserroute und geplante Landgänge fielen aus, oder wurden zeitlich erheblich verkürzt. Grund war eine verminderte Maschinenleistung des Kreuzfahrtschiffs, weil dieses verschmutztes Bunkeröl aufgenommen hatte. Einige Kreuzfahrer brachen daraufhin ihre Kreuzfahrt in Reykjavik ab. Das Kreuzfahrtunternehmen erstattete ihnen daraufhin 40 Prozent des Reisepreises. Das war den Kreuzfahrern nicht genug, sie beanspruchten eine Rückzahlung von weiteren 40 Prozent des Reisepreises. Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 15/11) gab den Fall zurück an das Berufungsgericht, da ihm nicht ausreichend geklärt schien, ob der Charakter der Kreuzfahrt überhaupt noch einer „Grönland-Reise“ entsprach. Der stark verkürzte Aufenthalt in Reykjavik und der Ausfall der Besuche der Färöer- und der Orkney-Inseln sei bei der Minderungsquotenermittlung nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Schaden am Auto- Kreuzfahrtunternehmen haftet!

Erleidet ein Auto, dass während einer Kreuzfahrt vom Passagier in einem öffentlichen Parkhaus abgestellt wurde, einen Schaden, so haftet dafür möglicherweise das Kreuzfahrtunternehmen. Jedenfalls dann, wenn aus der Sicht des Reisenden mit dem Kreuzfahrtunternehmen ein Verwahrungsvertrag über das Auto abgeschlossen wurde. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 122 C 21221/14) im Fall eines Passagiers, der sein Fahrzeug vor Antritt der Kreuzfahrt im Hafen von Genau einem Parkservice übergab. Diesen Parkservice hatte der Mann zusammen mit der Kreuzfahrt gebucht. Als er von seiner Kreuzfahrt zurück kam, zeigt sein Fahrzeug Schäden an beiden hinteren Türen. Diesen Schaden von rund 1990 Euro verlangte der Passagier vom Kreuzfahrtunternehmen ersetzt. Zu Recht, entschied das Amtsgericht München. Es sein ein Verwahrungsvertrag zwischen dem Kreuzfahrtunternehmen und dem Reisenden für das Fahrzeug zustandegekommen. Das ergebe sich schon aus dem Umstand, dass vom Bordkonto die Parkgebühr von 90 Euro abgebucht wurde. Es sei nicht zu erkennen gewesen, dass keine Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens das Fahrzeug in Genau in Empfang genommen hätten. Die Fahrzeugübergabe habe sich in der Nähe des Kreuzfahrtterminals abgespielt.

Höhepunkt der Kreuz in der Nacht – Reisepreisminderung!

Höhepunkt der Kreuzfahrt war die Durchquerung des Panamakanals. Leider fiel dieses Erlebnis in die Nachtstunden und damit ins Dunkle. Für den Kreuzfahrer brachte diese Enttäuschung zumindest ein Recht zur Minderung des Reisepreises um zwanzig Prozent, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 182 C 15953/13).

Übrigens: Einladung zur Kreuzfahrt ist kein Fall für das Finanzamt!

Ein Paar hatte eine fünfmonatige Kreuzfahrt in einer Luxuskabine für rund 500.000 Euro unternommen. Der Mann gab auf Aufforderung des Finanzamts eine Schenkungssteuererklärung ab, in der er rund 25.000 Euro für die Reisekosten seiner Lebensgefährtin ansetzte. Das war dem Finanzamt zu wenig. Es setzte die Hälfte der Gesamtkosten als steuerpflichtigen Erwerb für die Lebensgefährtin an. Zu Unrecht, entschied das Finanzgericht Hamburg (Aktenzeichen 3 K 77/17). Alleine die Mitnahme auf eine Kreuzfahrt sei als Gefälligkeit und nicht als Vermögensmehrung zu werten. Die Begleitung der Lebensgefährtin sei im gemeinsamen Konsum erschöpft. Es habe keine Bereicherung in Höhe der Gesamtkosten der Reise stattgefunden.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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