Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Traumurlaub Kreuzfahrt - Ihre Rechte als Passagier!

Traumurlaub Kreuzfahrt - Ihre Rechte als Passagier! © mko - topopt
Ob auf dem Mittelmeer, in der Karibik oder auf dem Nil – Kreuzfahrten erfreuen sich bei Urlaubern immer größerer Beliebtheit. Rund 1,8 Millionen Deutsche verbringen aktuellen Statistiken zur Folge ihren Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff - und die Branche boomt. Wenn es Probleme rund um die Kreuzfahrt gibt, sollten Passagiere ihre Rechte kennen.

Zwangstrinkgelder müssen im Gesamtpreis der Kreuzfahrt angegeben werden

Sind bei einer Kreuzfahrt Trinkgelder verpflichtend zu zahlen, muss der Reiseveranstalter dies im beworbenen Reisepreis angeben. Dies entschied das Oberlandesgericht Schleswig (Aktenzeichen 6 U 24/17). Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Kreuzfahrt-Veranstalter im Gesamtpreis der Reise nicht das Serviceentgelt in Höhe von 10 Euro pro Tag und Kreuzfahrtgast angegeben. Nach Auffassung des Gerichts müssen im Gesamtpreis alle Preisbestandteile, die vom Verbraucher zwingend zu zahlen sind, angegeben werden. Bei dem zu entrichtenden Trinkgeld handelte es sich nicht um eine freiwillige Leistung der Urlauber, daher musste es im Gesamtpreis einbezogen werden.

Nichtanlaufen eines Hafens während einer Kreuzfahrt - Reisemangel

Ist das Anlaufen eines bestimmten Hafens während einer Kreuzfahrt vorgesehen und fällt dies etwa aufgrund der politisch angespannten Lage in Ägypten aus, ist dies als Reisemangel anzusehen und gibt dem Kreuzfahrtreisenden einen Anspruch auf Minderung des Reisepreises. Dies entschied das Amtsgericht Rostock (Aktenzeichen 47 C 243/13 ). Berechnet werde die Reisepreisminderung indem vom Gesamtpreis der Reise ein Tagespreis errechnet, davon einen Abschlag abzieht und mit der Zahl der beeinträchtigten Tage multipliziert.

Keine Buchung auf Kreuzfahrtschiff – Entschädigung wegen Vereitelung der Reise

Urlauber, die ihre gebuchte und bezahlte Kreuzfahrt nicht antreten können, weil auf dem Schiff keine Buchung für sie vorlag, haben gegenüber dem Reiseveranstalter einen Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Entschädigung wegen Vereitelung der Reise und auf Schadensersatz für die Mehrkosten für eine Ersatzreise. Dies entschied jüngst der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 94/17). Da der Reiseveranstalter die Kreuzfahrt nicht gebucht hatte, wozu er vertraglich verpflichtet war, wurde die Reise von ihm vereitelt und der volle Reisepreis muss den vermeintlichen Kreuzfahrern entschädigt werden.

Falsches Kreuzfahrtschiff – kein Reisemangel!

Ein Ehepaar buchte bei einem Reiseunternehmen eine Flusskreuzfahrt auf der Rhone. Das Kreuzfahrtschiff war im Reisekatalog ausdrücklich benannt. Kurz vor Reisebeginn teilte das Reiseunternehmen dem Ehepaar mit, dass die Kreuzfahrt mit einem anderen – vergleichbaren – 5-Sterne-Schiff durchgeführt werde. Damit waren die Urlauber nicht einverstanden. Sie kündigten den Reisevertrag und forderten ihr Geld zurück. Das Reiseunternehmen verlangte indes von dem Ehepaar Stornokosten in Höhe von rund 800 Euro. Zu Recht, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 133 C 952/16). Der Austausch eines Kreuzfahrtschiffs stelle keinen Reisemangel dar. Im Reiseprospekt sei auch kein bestimmtes Kreuzfahrtschiff zugesichert worden. Die Unterbringung auf dem neuen Kreuzfahrtschiff weiche auch nicht unzumutbar vom ursprünglichen Schiff ab. Die individuellen Vorstellungen des Urlauberpaars spielten hier keine Rolle, so das Gericht.

Landgang ausgefallen- Schadensersatz vom Kreuzfahrtunternehmen?

Während einer vierzehntägigen Kreuzfahrt um Grönland kam es zu Änderungen der ursprünglichen Reiserroute und geplante Landgänge fielen aus, oder wurden zeitlich erheblich verkürzt. Grund war eine verminderte Maschinenleistung des Kreuzfahrtschiffs, weil dieses verschmutztes Bunkeröl aufgenommen hatte. Einige Kreuzfahrer brachen daraufhin ihre Kreuzfahrt in Reykjavik ab. Das Kreuzfahrtunternehmen erstattete ihnen daraufhin 40 Prozent des Reisepreises. Das war den Kreuzfahrern nicht genug, sie beanspruchten eine Rückzahlung von weiteren 40 Prozent des Reisepreises. Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 15/11) gab den Fall zurück an das Berufungsgericht, da ihm nicht ausreichend geklärt schien, ob der Charakter der Kreuzfahrt überhaupt noch einer „Grönland-Reise“ entsprach. Der stark verkürzte Aufenthalt in Reykjavik und der Ausfall der Besuche der Färöer- und der Orkney-Inseln sei bei der Minderungsquotenermittlung nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Schaden am Auto- Kreuzfahrtunternehmen haftet!

Erleidet ein Auto, dass während einer Kreuzfahrt vom Passagier in einem öffentlichen Parkhaus abgestellt wurde, einen Schaden, so haftet dafür möglicherweise das Kreuzfahrtunternehmen. Jedenfalls dann, wenn aus der Sicht des Reisenden mit dem Kreuzfahrtunternehmen ein Verwahrungsvertrag über das Auto abgeschlossen wurde. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 122 C 21221/14) im Fall eines Passagiers, der sein Fahrzeug vor Antritt der Kreuzfahrt im Hafen von Genau einem Parkservice übergab. Diesen Parkservice hatte der Mann zusammen mit der Kreuzfahrt gebucht. Als er von seiner Kreuzfahrt zurück kam, zeigt sein Fahrzeug Schäden an beiden hinteren Türen. Diesen Schaden von rund 1990 Euro verlangte der Passagier vom Kreuzfahrtunternehmen ersetzt. Zu Recht, entschied das Amtsgericht München. Es sein ein Verwahrungsvertrag zwischen dem Kreuzfahrtunternehmen und dem Reisenden für das Fahrzeug zustandegekommen. Das ergebe sich schon aus dem Umstand, dass vom Bordkonto die Parkgebühr von 90 Euro abgebucht wurde. Es sei nicht zu erkennen gewesen, dass keine Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens das Fahrzeug in Genau in Empfang genommen hätten. Die Fahrzeugübergabe habe sich in der Nähe des Kreuzfahrtterminals abgespielt.

Höhepunkt der Kreuz in der Nacht – Reisepreisminderung!

Höhepunkt der Kreuzfahrt war die Durchquerung des Panamakanals. Leider fiel dieses Erlebnis in die Nachtstunden und damit ins Dunkle. Für den Kreuzfahrer brachte diese Enttäuschung zumindest ein Recht zur Minderung des Reisepreises um zwanzig Prozent, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 182 C 15953/13).

Übrigens: Einladung zur Kreuzfahrt ist kein Fall für das Finanzamt!

Ein Paar hatte eine fünfmonatige Kreuzfahrt in einer Luxuskabine für rund 500.000 Euro unternommen. Der Mann gab auf Aufforderung des Finanzamts eine Schenkungssteuererklärung ab, in der er rund 25.000 Euro für die Reisekosten seiner Lebensgefährtin ansetzte. Das war dem Finanzamt zu wenig. Es setzte die Hälfte der Gesamtkosten als steuerpflichtigen Erwerb für die Lebensgefährtin an. Zu Unrecht, entschied das Finanzgericht Hamburg (Aktenzeichen 3 K 77/17). Alleine die Mitnahme auf eine Kreuzfahrt sei als Gefälligkeit und nicht als Vermögensmehrung zu werten. Die Begleitung der Lebensgefährtin sei im gemeinsamen Konsum erschöpft. Es habe keine Bereicherung in Höhe der Gesamtkosten der Reise stattgefunden.

Redaktion fachanwaltsuche.de

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
4.0 / 5 (1 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Wissen Aktuell , 03.04.2018 (Update 20.02.2019)
Reiserücktritt bei Flugreisen © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Kann eine Flugreise etwa aufgrund einer Erkrankung, weil die notwendigen Passdokumente nicht vorliegen oder eines Vulkanausbruchs, nicht angetreten werden, stellt sich die Frage, ob die Reiserücktrittversicherung für die Kosten aufkommt.
5.0 / 5 (2 Bewertungen)
Wissen Aktuell , 31.07.2018
Sind Waldbrände ein Grund für einen Reiserücktritt? © topopt
Der heiße Sommer sorgt in vielen europäischen Ländern für Waldbrände. Urlauber, deren Reiseziel von Waldbränden betroffen ist, fragen sich daher aktuell, ob sie von Ihrer gebuchten Reise ohne Stornokosten zurücktreten können.
Wissen Aktuell , 05.06.2018 (Update 05.06.2018)
Reisemangel: Hotelausstattung! © topopt
Ob es das defekte Waschbecken, der schmutzige Teppichboden oder der fehlende Kleiderschrank im Hotelzimmer ist, wenn die Ausstattung nicht das hält, was der Urlauber erwartet, ist das ärgerlich. Eine desolate Hotelzimmerausstattung ist aber nicht immer auch gleich ein Reisemangel.
Reiseversicherungen verwenden in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen oft die Klausel, dass keine Leistungspflicht für Krankheiten besteht, die bei Buchung der Reise schon vorlagen. Nach einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts München ist eine solche Klausel unwirksam.
Wissen Aktuell , 21.12.2018
Ehekrach an Weihnachten – Kein Grund für einen Reiserücktritt! © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Ein Ehestreit an Weihnachten ist keine Rechtfertigung für den Rücktritt von einer gebuchten Reise. Die Reiserücktrittversicherung muss in diesem Fall nicht zahlen.
Wissen Aktuell , 22.08.2018
Reiserücktritt wegen Krankheit – Wann muss die Versicherung zahlen? © topopt
Eine lang ersehnte Urlaubsreise wegen Krankheit absagen zu müssen, ist ärgerlich. Ein kleiner Trost ist es für den vermeintlichen Urlauber, wenn er eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat und so zumindest nicht auf den Reisekosten sitzen bleibt. Doch Vorsicht, die zahlt längst nicht bei allen Erkrankungen.
Erbrecht , 15.03.2016
Muss eine Reise wegen dem Tod des Lebenspartners abgesagt werden, ist das kein Fall für die Reiserücktrittversicherung. Trauer und Belastung sind keine unerwarteten schweren Erkrankungen für die die Reiserücktrittversicherung einstehen muss. So lautet ein aktuelles Gerichtsurteil.
Familienrecht , 15.12.2017
Umgangsvereinbarung nicht eingehalten – Ordnungsgeld gegen Kindesmutter © topopt
Versucht ein getrenntlebendes Elternteil immer wieder eine Urlaubsreise des anderen Elternteils mit dem Kind durch Einschalten des Familiengerichts oder der Polizei zu verhindern, verstößt es gegen die Wohlverhaltenspflicht des Umgangsrechts und muss mit einem Ordnungsgeld rechnen.
4.0 / 5 (2 Bewertungen)
Anzahlung bei Pauschalreisen – Welche Höhe ist zulässig? © topopt
Wer eine Pauschalreise bucht, muss bereits beim Abschluss des Reisevertrags eine Anzahlung des Reisespreises leisten. Der Bundesgerichtshof hat aktuell entschieden, das eine Anzahlung von 40 Prozent des Reisepreises unzulässig ist.
Der Bundesgerichtshof hat jüngst entschieden, dass die sog Panoramafreiheit sich auch auf nicht ortsfeste Kunstwerke erstreckt. Konkret ging es um ein Foto mit dem Kussmund des Kreuzfahrtschiffes Aida.
Verkehrsrecht , 10.01.2017
Ein Reiseveranstalter muss auch bei einem unverschuldeten Unfall bei einem Transfer vom Flughafen ins Hotel den Reisepreis der betroffenen Urlauber erstatten. Dies entschied aktuell der Bundesgerichtshof in zwei Verfahren.
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwalt Wolfgang Nörr
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kirchgasse 265
67454 Haßloch
Fachanwalt Ralph Zimmermann
Rechtsanwalt und Notar
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Hinschweg 3
27607 Langen
Fachanwalt Dr. iur. Christian Keller
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Immermannstrasse 11
40210 Düsseldorf
Fachanwalt Michael Regal
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Rimbachstraße 19
98527 Suhl
Fachanwältin Annett Seifert
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Erbrecht
Walter-Rathenau-Str. 22
08058 Zwickau
Fachanwalt Dr. Lutz Fischer
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Verdener Straße 9
31582 Nienburg
Fachanwalt Andreas Ronsöhr
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Sedanstraße 19
37154 Northeim
Fachanwalt Boris Faehndrich
Rechtsanwalt und Notar
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Bäckerstraße 39
31785 Hameln
Fachanwalt Klaus Uhl
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Ziegelstraße 43
73033 Göppingen
Fachanwältin Ulrike Herling
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Großbeerenstraße 13A
10963 Berlin
Fachanwalt Christoph Lingemann
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Indestraße 89
52249 Eschweiler
Fachanwalt David Frisch
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Weberstraße 21
55130 Mainz
Fachanwalt Heiko Schuster
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Weststraße 60
08523 Plauen
Fachanwalt Daniel Lenkeit
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Galgenwiesenweg 23
55232 Alzey
Fachanwalt Hans-Jörg Hiller
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Hengersberger Straße 23
94469 Deggendorf
Fachanwältin Kathrin Völker
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Am Echazufer 24
72764 Reutlingen

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung