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Winterurlaub ohne Schnee- Reisemangel?

Winterurlaub ohne Schnee- Reisemangel? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Weihnachten und Silvester in den verschneiten Bergen zu verbringen- ein Traum vieler Winterurlauber. In vielen tiefer gelegenen Skiorten blieb der Schnee dieses Mal leider aus. Können enttäuschte Winterurlauber in dem Fall vom Reiseveranstalter Geld zurück verlangen?

Schneemangel gleich Reisemangel!

Wirbt ein Reiseveranstalter im Prospekt mit sicheren Schneeverhältnissen und ist der Urlauber mangels Schnee am Urlaubsort gezwungen doch in ein anderes Skigebiet ausweichen zu müssen, muss der Reiseveranstalter beispielsweise die Fahrtkosten in das nächste Skigebiet mit Schnee bezahlen. Dies entschied das Landgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen 2/24 S 480/89). Ein Urlauber kann seinen Reisepreis bei Schneemangel am Skiort um 25 Prozent mindern, wenn der Reiseveranstalter den Urlaubsort im Katalog als ganzjährig schneesicher angepriesen hat, entschied auch das Amtsgericht München (Aktenzeichen: 161 C 10590/89). Das Gericht verurteilte den Reiseveranstalter 1.500 Euro an den Urlauber zurück zu erstattet.

Aber: Schneemangel ist allgemeines Lebensrisiko!

Schneemangel kann also ein Reisemangel sein, wenn der Reiseveranstalter den Skiort im Prospekt als schneesicher angepriesen hat. Aber eben auch nur dann! Ansonsten gilt Schneemangel nicht als Reisemangel, sondern als allgemeines Lebensrisiko des Urlaubers und berechtigt ihn nicht Geld vom Reiseveranstalter zurückzuverlangen.

Auch keine Reisemängel im Winterurlaub:

Ein nicht zu erreichender, weil zugeschneiter Parkplatz einer Hütte oder die fehlenden Sektgläser im Wohnungsinventar einer Skihütte sind auch kein Reisemangel. Das Amtsgericht Offenburg (Aktenzeichen 1 C 357/94) urteilte, dass eine fehlende Schneeräumung eine typische Behinderung im Winter sei, mit der Winterurlauber rechnen müssten. Außerdem könne man Sekt auch ohne Geschmacksverluste aus Saftgläsern trinken. Führen starke Schneefälle dazu, dass der Flugbetrieb eingestellt werden muss und dadurch Flugausfälle und/ oder Verzögerungen im Flugverkehr verursacht werden, kann ein Reisender für die „nutzlos“ aufgewendete Urlaubszeit am Flughafen keinen Schadensersatz vom Reiseveranstalter verlangen. Das hat das Amtsgericht Rostock (Aktenzeichen 47 C 240/10) entschieden. Witterungsbedingte Flugausfälle oder Verzögerungen im Flugverkehr sind nach Ansicht des Gerichts im Winter ein für einen Reiseveranstalter unbeherrschbares Ereignis, mit dem ein Reisender im Übrigen auch rechnen müsse. Sollten Sie von anderen Umständen im Winterurlaub betroffen sein, die ihrer Meinung nach einen Reisemangel darstellen, sollten sie diesen unverzüglich gegenüber dem Reiseveranstalter anzeigen. Wichtig zu wissen ist auch, dass Urlauber für die behaupteten Reisemängel im Falle eines Rechtsstreits beweispflichtig sind. Daher sollten alle Reisemängel genau dokumentiert und anhand von Fotos, Filmen und Zeugenaussagen und -adressen festgehalten werden. Ansonsten kann es sein, dass der Urlauber trotz missglückter Reise vor Gericht unterliegt.

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