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Flug verspätet oder ausgefallen – Wann muss die Airline Entschädigung zahlen?

Flug verspätet oder ausgefallen – Wann muss die Airline Entschädigung zahlen? © mko - topopt
Ob Städtetrip, Skiurlaub oder Strandurlaub im Süden - Die in Kürze beginnenden Ostferien sind eine beliebte und optimale Reisezeit. Für viele Urlauber geht’s problemlos mit dem Flugzeug in die Ferien. Sollte die Flugreise aber mal nicht wie geplant verlaufen, sollten Fluggäste ihre Rechte kennen.

Fluggastrechteverordnung gilt nur für Airlines aus der EU

Ein Fluggast hat nur dann die Möglichkeit seine Rechte aus der Fluggastrechteverordnung geltend zu machen, wenn die Fluggesellschaft in der Europäischen Gemeinschaft ansässig ist. Dies entschied aktuell das Amtsgericht München (Aktenzeichen 261 C 13238/ 16) im Fall von Fluggästen, die eine Hin- und Rückflug mit der Airline Air Berlin gebucht hatten. Vor Antritt des Rückflugs wurde die Airline jedoch gegen Etihad Airways ausgetauscht. Der Rückflug verspätete sich um rund 12 Stunden und das Gepäck verschwand, so dass die Fluggäste Ausgleichszahlungen nach der Fluggastrechteverordnung in Höhe von jeweils 600 Euro vom Reiseveranstalter forderten. Zu Unrecht, entschied das Münchner Amtsgericht und lehnte den Schadensersatzanspruch ab. Bei der Fluggesellschaft Etihad Airways handele es sich nicht um ein Luftfahrtunternehmen der Europäischen Gemeinschaft im Sinn von Art. 2 der Fluggastrechteverordnung. Daher sei die Verordnung nicht anwendbar. Darüber hinaus sei der Austausch der Fluggesellschaften nicht ursächlich für die Verspätung gewesen.

Direktflug muss vertraglich vereinbart sein

Ein Urlauber buchte eine Pauschalreise nach Dubai. Laut Reisebestätigung mit einem Hinflug Hamburg-Dubai und einem Rückflug Dubai-Hamburg. Zwei Wochen vor Reisebeginn erhielt er seine Flugtickets vom Reiseveranstalter auf denen bei beiden Flügen eine Zwischenlandung in Stuttgart vorgesehen war. Der Urlauber verlangte vom Reiseveranstalter die ursprünglich mitgeteilten Flüge. Als dieser nicht reagierte, stornierte der Urlauber und verlangte den Reisepreis erstattet. Dies sah das Amtsgericht Augsburg anders: Ein Urlauber könne von einer Reise zurücktreten, wenn die Reiseleistung sich erheblich ändert. Dies sei hier aber nicht der Fall. Der Direktflug sei vom Reiseveranstalter nicht vertraglich zugesagt worden. Die Änderung der Reisezeiten müssten vom Fluggast hingenommen werden.

Entschädigung auch für verspäteten Ersatzflug eines annullierten Flugs

Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 73/16) hat entschieden, dass einem Fluggast auch eine Entschädigung für einen verspäteten Ersatzflug zu steht, der von der ursprünglichen Airline anstelle eines annullierten Fluges angeboten wurde, allerdings von einer anderen Airline durchgeführt wurde. Die Airline werde nicht deshalb von ihrer Entschädigungspflicht nach der europäischen Fluggastrechteverordnung befreit, weil der Ersatzflug planmäßig durchgeführt den Anforderungen der Fluggastrechteverordnung entsprochen hätte. Wichtig sei, dass eine Entschädigungspflicht der Airline nur dann entfalle, wenn der Fluggast sein Reiseziel mit dem Ersatzflug höchstens zwei Stunden verspätet erreiche. Für jede Verspätung darüber hinaus hafte die ursprüngliche Airline gegenüber dem Fluggast.

Haftet Airline beim Sturz eines Passagiers auf der Fluggastbrücke?

Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 30/15) hat entschieden, dass eine Airline für einen Sturzes eines Fluggastes haften muss, der beim Einsteigen aufgrund einer Kondenswasserpfütze auf der Fluggastbrücke ausrutscht. Die Airline treffe die gesetzlich festgelegte Haftung für Personenschäden, die aufgrund eines luftverkehrstypischen Risikos verwirklicht wurden. Kondenswasser auf einer Fluggastbrücke sei ein solches Risiko, für das die Airline haften müsse.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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