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Flugausfall oder Verspätung - Ihre Rechte bei Flugreisen!

Flugausfall oder Verspätung - Ihre Rechte bei Flugreisen! © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Ein Fluggast hat einen Anspruch auf Entschädigung, wenn sich sein Flieger verspätet oder ganz ausfällt. Dies regelt die europäische Fluggastrechteverordnung. Ob und wieviel Geld ein Fluggast zurückerhält, entscheidet in vielen Fällen das Gericht.

Infos über geänderte Flugzeiten mindestens zwei Wochen vor Abflug

Eine Airline muss ihre Kunden mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit über Änderungen im Hinblick auf die Flugzeiten informieren. Dies entschied das Amtsgericht Nürnberg (Aktenzeichen 19 C 7200/18) und stellte klar, dass es nicht genügt, wenn die neuen Flugzeiten auf der Homepage der Airline stehen. Der Kunde müsse persönlich über die Änderungen der Flugzeiten unterrichtet werden, ansonsten drohen der Fluglinie Schadensersatzzahlungen aufgrund der Fluggastrechteverordnung.

Flugausfall wegen Systemausfalls am Terminal – keine Entschädigung!

Verursacht ein Systemausfall am Abflugterminal eine stundenlange Verspätung beim Abflug begründet dies keinen Anspruch auf Entschädigungsleistungen für die Fluggäste. Das entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 15/18, X ZR 85/18) mit der Begründung, dass ein mehrstündiger Ausfall der Computersysteme an den Abfertigungsschalter eines Terminals ein außergewöhnlicher Umstand sei, den die Airline nicht zu vertreten habe. Hier sei der Flughafenbetreiber für die Flugverspätung zuständig, da ihm der Betrieb der technischen Einrichtung obliegt.

Wer zahlt die Mehrkosten für einen auf eigene Regie gebuchten Ersatzfluges?

Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 96/17) hat in einer Entscheidung einen Reiseveranstalter zum Ersatz der Mehrkosten eines an Stelle des gebuchten in eigener Regie durchgeführten Ersatzflugs verurteilt. Im zugrundeliegenden Fall hatte sich der Flug eines Urlaubers um 6,5 Stunden verspätet. Daraufhin buchte er ohne mit dem Reiseveranstalter Rücksprache gehalten zu haben, einen Ersatzflug. Diese Kosten machte er später beim Reiseveranstalter geltend. Der Bundesgerichtshof begründete seine Entscheidung mit einer Pflichtverletzung des Reiseveranstalters, weil dieser seine Vertragspartner nicht daraufhin gewiesen hatte, dass sie Mängel grundsätzlich zunächst anzeigen müssen. Dies führe dazu, dass der Reiseveranstalter sich nicht auf die fehlende Mangelanzeige berufen könne.

Gilt die Fluggastrechteverordnung nur für Airlines aus der EU?

Ein Fluggast hat nur dann die Möglichkeit seine Rechte aus der Fluggastrechteverordnung geltend zu machen, wenn die Fluggesellschaft in der Europäischen Gemeinschaft ansässig ist. Dies entschied aktuell das Amtsgericht München (Aktenzeichen 261 C 13238/ 16) im Fall von Fluggästen, die eine Hin- und Rückflug mit der Airline Air Berlin gebucht hatten. Vor Antritt des Rückflugs wurde die Airline jedoch gegen Etihad Airways ausgetauscht. Der Rückflug verspätete sich um rund 12 Stunden und das Gepäck verschwand, so dass die Fluggäste Ausgleichszahlungen nach der Fluggastrechteverordnung in Höhe von jeweils 600 Euro vom Reiseveranstalter forderten. Zu Unrecht, entschied das Münchner Amtsgericht und lehnte den Schadensersatzanspruch ab. Bei der Fluggesellschaft Etihad Airways handele es sich nicht um ein Luftfahrtunternehmen der Europäischen Gemeinschaft im Sinn von Art. 2 der Fluggastrechteverordnung. Daher sei die Verordnung nicht anwendbar. Darüber hinaus sei der Austausch der Fluggesellschaften nicht ursächlich für die Verspätung gewesen.

Wann hat man einen Anspruch auf einen Direktflug?

Ein Urlauber buchte eine Pauschalreise nach Dubai. Laut Reisebestätigung mit einem Hinflug Hamburg-Dubai und einem Rückflug Dubai-Hamburg. Zwei Wochen vor Reisebeginn erhielt er seine Flugtickets vom Reiseveranstalter auf denen bei beiden Flügen eine Zwischenlandung in Stuttgart vorgesehen war. Der Urlauber verlangte vom Reiseveranstalter die ursprünglich mitgeteilten Flüge. Als dieser nicht reagierte, stornierte der Urlauber und verlangte den Reisepreis erstattet. Dies sah das Amtsgericht Augsburg anders: Ein Urlauber könne von einer Reise zurücktreten, wenn die Reiseleistung sich erheblich ändert. Dies sei hier aber nicht der Fall. Der Direktflug sei vom Reiseveranstalter nicht vertraglich zugesagt worden. Die Änderung der Reisezeiten müssten vom Fluggast hingenommen werden.

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