Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Haben getrenntlebende Eltern einen Anspruch auf das Wechselmodell?

Haben getrenntlebende Eltern einen Anspruch auf das Wechselmodell? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Teilen sich Eltern die Betreuung ihres Kindes jeweils zur Hälfte, spricht man vom sogenannten Wechselmodell. Haben getrenntlebenden Eltern einen Anspruch auf Durchführung dieser Betreuungsform?

Wechselmodell ist keine Regelbetreuungsform

Ein getrenntlebender Vater klagte die Durchführung des Wechselmodells im Hinblick auf die Betreuung seiner bei der Mutter lebenden Tochter ein. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main hatte den Antrag des Vaters auf die Durchführung des Wechselmodells abgelehnt, da die Eltern zu wenig kooperativ seien und das Wechselmodell daher nicht zum Wohl der gemeinsamen Tochter sei. Der Vater reichte Verfassungsbeschwerde ein, da seiner Ansicht nach das Wechselmodell das Regelbetreuungsmodell sein müsste. Das sah das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen 1 BvR 2616/17) anders. Es stellt in seiner Entscheidung klar, dass die paritätische Kinderbetreuung durch getrenntlebende Eltern keine Pflicht sei und sich damit auch kein Recht der Eltern ableiten lasse, den Gesetzgeber zu veranlassen, dass Wechselmodell als Regelbetreuungsmodell vorzuschreiben. Das Bundesverfassungsgericht verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Willen der Kinder. Je älter die Kinder seien, desto mehr Mitspracherecht hätten sie hinsichtlich eines Wechselmodells. Das Oberlandesgericht Dresden (Aktenzeichen 21 UF 153/21) stellt klar, dass das Wechselmodell nicht dem Zweck dient, den Erwartungen und Wünschen der Eltern gerecht zu werden. Ob diese Betreuungsform angeordnet wird, entscheidet das Wohl des Kindes.

Kein Wechsel zum Wechselmodell bei gut laufendem Umgangsmodell

Funktioniert ein Umgangsmodell, das dem Willen des Kindes entspricht, gut und ist die Kommunikationsbereitschaft der Eltern eher mangelhaft, gibt es keinen Grund für einen Wechsel zum Wechselmodell, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 3 UF 144/20).

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
5.0 / 5 (1 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Familienrecht , 23.12.2017
Wechselmodell, Ehe für alle, Intersexualität, steuerliche Absetzbarkeit von Scheidungskosten - das sind einige der familienrechtlich relevante Themen, die im Jahr 2017 die deutschen Gerichte beschäftigten.
4.8 / 5 (4 Bewertungen)
Familienrecht , 10.07.2018 (Update 07.10.2021)
Ein Kindergeldanspruch besteht bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind in der Erstausbildung befindet. Bei vielen Eltern herrscht Unsicherheit, wer einen Anspruch auf Kindergeld hat, wie hoch das zu erwartende Kindergeld ist und wie lange es bezogen werden kann.
4.0 / 5 (28 Bewertungen)
Familienrecht , 26.01.2018
Wenn transsexuelle Menschen ein Kind zeugen oder gebären, gibt es hinsichtlich der abstammungsrechtlichen Frage – Mutter oder Vater – immer wieder Rechtskonflikte. In zwei Fällen hat jüngst der Bundesgerichtshof zu dieser Problematik Stellung genommen.
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Steuerrecht , 12.11.2015
Kindergeld soll in Deutschland die Grundversorgung von Kindern und damit deren wirtschaftliches Existenzminimum sicher stellen. Jetzt hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es auch bei einem mehrjährigen Auslandsstudium weiterhin einen Anspruch auf Kindergeld geben kann.
2.0 / 5 (2 Bewertungen)
Familienrecht , 19.05.2017
Die Betreiberin einer Samenbank muss einem minderjährigem Kind – vertreten durch seine Eltern – umfassende Auskunft über die Identität eines Samenspenders geben. Dazu gehört sein Name, Geburtsdatum, Anschrift und Personalausweisnummer. Dies entschied kürzlich das Amtsgericht Wedding.
4.3 / 5 (3 Bewertungen)
Familienrecht , 16.05.2016
Eltern bestimmen die Zugehörigkeit zu einer Religion bei ihrem Kind, auch dann, wenn das Kind nach dem Entzug der elterlichen Sorge bei einer Pflegefamilie aufwächst. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.
4.0 / 5 (2 Bewertungen)
Familienrecht , 15.12.2017
Versucht ein getrenntlebendes Elternteil immer wieder eine Urlaubsreise des anderen Elternteils mit dem Kind durch Einschalten des Familiengerichts oder der Polizei zu verhindern, verstößt es gegen die Wohlverhaltenspflicht des Umgangsrechts und muss mit einem Ordnungsgeld rechnen.
4.0 / 5 (2 Bewertungen)
Erbrecht , 15.08.2018 (Update 23.03.2021)
Angehörige haben die Möglichkeit einen Verstorbenen aus einem wichtigen Grund umbetten zu lassen. Eine Umbettung kann etwa dann sinnvoll sein, wenn die Angehörigen wegziehen und sich niemand um die Grabstätte kümmert oder wenn der Verstorbene in einem Familiengrab mit anderen verstorbenen Familienmitgliedern zusammengeführt werden soll. Die Friedhofsverwaltung muss in jedem Fall die Umbettung einer Urne genehmigen.
2.8 / 5 (4 Bewertungen)
Strafrecht , 09.02.2018 (Update 09.02.2018)
Lässt ein nicht sorgeberechtigter Vater aus religiösen Gründen seinen sechsjährigen Sohn gegen dessen Willen und ohne Zustimmung der Mutter beschneiden, macht er sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung strafbar. Dies entschied das Landgericht Essen.
3.2 / 5 (4 Bewertungen)
Familienrecht , 31.05.2012
Rechtsanwalt Rechtsanwälte Bender & Ruppel Rechtsanwälte Bender & Ruppel
Mit Beschluss vom 11. Februar 2011 hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Unterhaltsansprüche geschiedener Ehepartner gestärkt. Der Unterhalt muss unabhängig davon bestimmt werden, ob der zahlungspflichtige Ex-Partner erneut geheiratet hat.
Miet- und Wohnungseigentumsrecht , 15.02.2019 (Update 19.08.2021)
Beim Thema Eigenbedarf kommt es immer wieder zum Konflikt zwischen Mieter und Vermieter. Für wen darf Eigenbedarf angemeldet werden und wann liegt eine unzumutbare Härte für den Mieter vor?
3.3 / 5 (6 Bewertungen)
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwältin Monika Aicher
Fachanwältin für Erbrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Bayernstraße 8
83308 Trostberg
Fachanwältin Monika Stürzer
Fachanwältin für Familienrecht
Walter-Kolbenhoff-Straße 5
82110 Germering
Fachanwältin Christina Friedrich
Fachanwältin für Familienrecht
Schießgraben 9
55232 Alzey
Fachanwältin Dr. rer. pol. Margarete Thaktsang-Schall
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Am Seerhein 8
78467 Konstanz
Fachanwalt Klaus Edelthalhammer
Fachanwalt für Familienrecht
Kaiserstraße 30
90763 Fürth
Fachanwältin Daniela Betz
Fachanwältin für Familienrecht
Olgastraße 72
88045 Friedrichshafen
Fachanwältin Brigitte Fiedler-Bednarz
Fachanwältin für Familienrecht
Brüsseler Platz 10
50672 Köln
Fachanwältin Karin Tloka
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Sozialrecht
Hansemannstrasse 15
45879 Gelsenkirchen
Fachanwältin Monika Reichel
Fachanwältin für Familienrecht
Vogelsbergerstr. 1-3
63654 Büdingen
Fachanwältin Jutta Spengler
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Medizinrecht
Rathenaustraße 7
95444 Bayreuth
Fachanwalt Ralf Stelling
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Am Teich 10 - 12
24534 Neumünster
Fachanwältin Dr. Gabriele Hitzlberger
Fachanwältin für Familienrecht
Friedenstraße 5
97421 Schweinfurt
Fachanwalt Klaus Schwaninger
Fachanwalt für Familienrecht
Kriegsstr. 45
76133 Karlsruhe
Fachanwalt Bernd Borutta
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Seestraße 17
88214 Ravensburg
Fachanwältin Beatrice Artmann
Fachanwältin für Familienrecht
Rauher Kamp 50
44339 Dortmund
Fachanwältin Sonja Schlecht
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Yorckstraße 26
10965 Berlin