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Umbettung einer Urne – Was ist erlaubt?

Umbettung einer Urne – Was ist erlaubt? © mko - topopt
Angehörige haben die Möglichkeit einen Verstorbenen aus einem wichtigen Grund umbetten zu lassen. Eine Umbettung kann etwa dann sinnvoll sein, wenn die Angehörigen wegziehen und sich niemand um die Grabstätte kümmert oder wenn der Verstorbene in einem Familiengrab mit anderen verstorbenen Familienmitgliedern zusammengeführt werden soll. Die Friedhofsverwaltung muss in jedem Fall die Umbettung einer Urne genehmigen.

Keine Umbettung der Urne der Mutter in Reihengrab des Vaters

Das Verwaltungsgericht Aachen (Aktenzeichen 7 K 1569/16) hat entschieden, dass eine Tochter die Urne ihrer verstorbenen Mutter nicht in das Reihengrab ihres verstorbenen Vaters umbetten lassen darf. Gegen eine Umbettung spreche die Friedhofssatzung, wonach eine Umbettung aus einer Reihengrabstätte in eine andere Reihengrabstätte nicht erlaubt sei. Auch sei die Totenruhe hier gewichtiger als das Umbettungsinteresse der Tochter. Auch wenn die Mutter zu Lebzeiten den Wunsch nach einer gemeinsamen Bestattung mit dem Vater geäußert hat, habe sich die Tochter zu keinem Zeitpunkt um ein zweistelliges Grab für die Eltern bemüht.

Kein Schmerzensgeld für Tochter nach Umbettung der Urne des Vaters

Eine Tochter kann gegenüber ihrer Mutter kein Schmerzensgeld verlangen, weil diese die Urne des verstorbenen Vaters aus dem Familiengrab hatte nehmen lassen und seine Asche auf einem Fluss in den Niederlanden verstreuen ließ. Dies entschied das Landgericht Krefeld. Die Ehefrau des Verstorbenen wollte nach eigenen Angaben mit der Umbettung der Urne den letzten Willen ihres verstorbenen Ehemannes erfüllen. Aufgrund eines Zerwürfnisses teilte sie ihrer Tochter nichts von der Urnenumbettung mit. Das Landgericht Krefeld (Aktenzeichen 1 S 68/16) sah in dieser Aktion zwar eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Tochter, diese sei aber nicht so gravierend, dass daraus ein Schadensersatzanspruch entstehe. Die Tochter habe aber einen Anspruch darauf zu erfahren, wo ihr verstorbener Vater beigesetzt wurde, so das Gericht.

Urnenumbettung erst nach zweijähriger Ruhefrist

Bei der Umbettung einer Urne ist eine Ruhefrist von zwei Jahren zu beachten, entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Aktenzeichen 4 N 17.1197). Mit dieser Regelung werde nicht gegen den postmortalen Achtungsanspruch des Verstorbenen verstoßen.

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