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Was müssen Familien zum Elterngeld wissen?

Was müssen Familien zum Elterngeld wissen? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Familien wird in Deutschland mit dem sog. Elterngeld finanziell unter die Arme gegriffen. Doch wer hat Anspruch auf Kindergeld? Wieviel Elterngeld erhalten junge Familien? Wo kann man es beantragen? Und wie lange erhalten Familien diese finanzielle Unterstützung?

Wer kann Elterngeld beanspruchen?

Um Elterngeld zu bekommen, müssen Eltern ihr neu geborenes Kind selbst betreuen und erziehen und mit ihm in einem gemeinsamen Haushalt leben. Sie dürfen nicht mehr als 30 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Eine Erwerbstätigkeit ist aber keine Voraussetzung für den Bezug von Elterngeld, auch Studenten oder Hausfrauen können es beanspruchen. Das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 10 EG 2/22 R) hat entschieden, dass Eltern auch bei längerer Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf Elterngeld Plus haben.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Die Höhe des Elterngeldes errechnet sich auf der Grundlage des Durchschnittseinkommens der letzten zwölf Monate des antragstellenden Elternteils. Hat das Elternteil nur ein niedriges Einkommen, kann das Elterngeld bis zu 100 Prozent des früher erzielten Einkommens bedeuten. Bei hohem Einkommen der Eltern beträgt das Elterngeld 65 Prozent des früher erzielten Einkommens. Der Höchstbetrag liegt beim Elterngeld bei 1.800 Euro pro Monat. Aber aufgepasst: War ein schwangere Frau im Bemessungszeitraum arbeitslos und konnte ihren Job schwangerschaftsbedingt nicht mehr aufnehmen, steht ihr nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen B 10 EG 1/22 R) kein höheres Elterngeld zu. Daneben erhalten Familien mit mehreren Kindern einen Geschwisterbonus von 10 Prozent.

Wirken sich Gehaltsnachzahlungen auf das Elterngeld aus?

Das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 10 EG 1/18 R) hat entschieden, dass sich Gehaltsnachzahlungen auf die Höhe des Elterngeldes auswirken. Maßgelblich ist das Einkommen im Bemessungszeittraum. Gehaltsnachzahlungen, die erst nach der Geburt des Babys erfolgen, erhöhen das Elterngeld nicht, entschied das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Aktenzeichen L 13 EG 5/09).

Was gilt bei Provisionen?

Eine als laufender Arbeitslohn gezahlte Provision wirkt sich erhöhend auf das Elterngeld aus. Nur wenn Provisionen als sonstige Bezüge gezahlt werden, spielen sie bei der Berechnung des Elterngeldes keine Rolle, so das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 10 EG 7/17 R).

Wie lange gibt es Elterngeld?

Frisch gebackene Eltern haben in den ersten 14 Lebensmonaten des neugeborenen Babys die Möglichkeit Elterngeld zu beantragen.

Wo kann Elterngeld beantragt werden?

Es gibt kommunale Elterngeldstellen bei denen ein schriftlicher Antrag auf Elterngeld gestellt werden kann. Neben dem Antragsformular müssen Gehaltsnachweise und eine Geburtsurkunde des Kindes eingereicht werden.

Wie lange dauert es bis zur Auszahlung des Elterngelds?

Die Bearbeitung eines Elterngeldantrags kann je nach Antragsvolumen bei der Behörde schon mal etwas länger dauern. Dauert es aber länger als sechs Monate nach Einreichen des Elterngeldantrags, können die Eltern eine Untätigkeitsklage vor dem zuständigen Sozialgericht erheben.

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