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Muss eine Krankenkasse die Kosten für Fettabsaugen übernehmen?

Muss eine Krankenkasse die Kosten für Fettabsaugen übernehmen? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Ob Bauch, Beine oder Po: Fettabsaugen ist eine der häufigsten Behandlungen die Schönheitschirurgen bei ihren Patienten durchführen. Die Kosten für eine sog. Liposuktion sind nicht unerheblich, daher stellt sich für Patienten die Frage: Muss die Krankenkasse die Kosten für diesen Eingriff übernehmen?

Krankenkasse muss Entfernung einer Fettschürze bei Entstellung zahlen

Das Sozialgericht Osnabrück (Aktenzeichen S 42 KR 182/16) hat aktuell entschieden, dass die Krankenkasse die Kosten für eine Fettschürzenresektion in Höhe von rund 5.700 Euro bei einer Krankenschwester übernehmen muss, die aufgrund einer Diät rund 46 kg abnahm. Zwar lag laut Gericht bei der Frau keine funktionellen Einschränkungen vor, die einen Krankheitswert darstellen, aber sehr wohl eine Entstellung, die diese Operation für geboten erscheinen lasse. Die behandlungsbedürftige Entstellung ergab sich aufgrund der Größe und dem Erscheinungsbild der Fettschürze, so die Osnabrücker Sozialrichter.

Krankenkasse muss Entfernung einer Fettschürze nicht zahlen

Eine gesetzliche Krankenkasse muss die Entfernung einer sog. Fettschürze, die aufgrund einer starken Gewichtsabnahme bei einem Patienten entstanden ist, nicht bezahlen. Auch dann nicht, wenn der Mann aufgrund der Fettschürze psychisch leidet. Der Patient hatte nach einer Schlauchmagenoperation 85 kg abgenommen, was zu einem erschlafften Hautüberschuss an seinem Bauch führte. Diesen wollte er sich durch eine Bachdeckenstraffung auf Kosten der Krankenkasse entfernen lassen. Dies lehnte die Krankenkasse und auch das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Aktenzeichen L 16 KR 13/17) ab. Eine psychische Erkrankung rechtfertige keine Operation, dies müsse durch einen Psychologen behandelt werden. Eine Kostenübernahme für Schönheitsoperationen durch die gesetzliche Krankenkasse komme nur in wenigen Ausnahmefällen in Betracht, etwa, wenn eine Entstellung vorliege. Davon könne hier keine Rede sein, da die Fettschürze bei normaler Alltagskleidung nicht auffalle und es auf das subjektive Empfinden des Mannes im nackten Zustand nicht ankomme, so die Richter.

Keine Kostenübernahme für Fettabsaugung bei Lipödem

Patienten, die an einem sog. Lipödem mit Fettvermehrung an den Gliedmaßen leiden, müssen die Kosten für eine ambulante oder stationäre Fettabsaugung selbst tragen, entschied das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen L 5 KR 228/13). Bei einer Liposuktion handele es sich um eine neue Erkrankung, für die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) noch keine Empfehlung abgegeben hat. Es gebe noch keine medizinischen Erkenntnisse über die Wirksamkeit einer Liposuktion bei Lipödemen. Es fehle noch an aussagekräftigen Studien mit Langzeitergebnissen und über Nebenwirkungen dieser Therapie.

Keine Kostenübernahme für Fettabsaugung bei Reiterhosen

Das Absaugen von Fettdepots an Oberschenkeln, sog. Reiterhosen, ist ebenfalls keine Kassenleistung, entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen L 4 KR 3517/11) im Fall einer übergewichtigen Frau, die angab Schmerzen aufgrund dieser Fettverteilungsstörung in ihren Oberschenkeln zu haben. Zudem leide sie psychisch unter ihrem Aussehen. Das Gericht stellt in seiner Entscheidung ebenfalls darauf ab, dass diese Behandlungsmethode wissenschaftlich noch nicht als erfolgreich belegt wurde und erhebliche Gesundheitsrisiken für die Patientin beinhalten würde.

ruegge

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