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Beleidigung: Was müssen sich Arbeitgeber gefallen lassen?

Müssen sich Arbeitgeber beschimpfen oder übel nachreden lassen? Nein, sagt das Gesetz: Arbeitnehmer, die ihren Arbeitgeber derart beleidigen, müssen mit einer Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses rechnen - unter Umständen auch fristlos.

Kündigungen nach öffentlicher Beleidigung

In zwei Fällen hielten die Richter selbst die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses für gerechtfertigt. Einmal hatte ein Arbeitnehmer in einer öffentlichen Sitzung über seinen Chef geäußert, dass er lüge wie gedruckt, wie er mit Menschen umgehe, da komme man sich vor wie im Dritten Reich. Auf einer Weihnachtsfeier hatte ein anderer Arbeitnehmer seinen Chef mit den Worten "Arschloch" und "Wichser" beleidigt. In einem sozialen Netzwerk hatte sich ein Arbeitnehmer über seine Arbeitskollegen mit den Begriffen "Speckrollen" und "Klugscheißer" ausgelassen. Diese fristlose Kündigung wurde zwar wegen besonderen Umständen im Einzelfall zurückgewiesen. Grundsätzlich wiesen die Arbeitsrichter ausdrücklich darauf hin, dass bei groben Beleidigungen des Arbeitgebers oder der Kollegen auch eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung Arbeitsrecht gerechtfertigt sei. Hessisches Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen AZ 3 Sa 243/10), Landesarbeitsgerichts Hamm (Aktenzeichen 18 Sa 836/04) sowie Arbeitsgericht Duisburg (Aktenzeichen 5 Ca 949/12).

Fristgerechte Kündigung nach bösen Gerüchten

Das Verbreiten von Gerüchten ist in einem Betrieb vielleicht Gang und Gäbe. In diesem Fall gingen die Behauptungen einer Sekretärin dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg zu weit: Demnach hatte eine Sekretärin über ihre Vorgesetzte und über Kollegen verbreitet, diese hätten während des Dienstes exzessiv Alkohol getrunken und es sei zu sexuellen Handlungen gekommen. Die Klage der Sekretärin gegen die erfolgte ordentliche Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist wiesen die Richter ab. Die Sekretärin habe die Kollegen ehrenrührig und zu Unrecht beschuldigt. Und auch der Umstand, dass es wohl tatsächlich zu beanstandende Vorkommnisse gab, half der Sekretärin nicht (Aktenzeichen 19 Sa 322/13).

Fazit

Egal, ob Arbeitnehmer gegenüber ihren Chef oder Kollegen ausfallend werden oder böse Gerüchte über diese verbreiten: Die juristische Konsequenz heißt in vielen Fällen die berechtigte Kündigung des Arbeitsvertrags. Fachanwälte für Arbeitsrecht kennen die aktuelle Rechtsprechung und können diese optimal auf den Einzelfall auslegen.

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