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Rechtstipp zum Autounfall im Parkhaus

Wer mit seinem Auto in ein Parkhaus fährt, hat eine besondere Rücksichtnahmepflicht. Er muss stets mit ein- oder ausparkenden Autos rechnen. Dies kann dazu führen, dass im Falle eines Autounfalls im Parkhaus auch der vorfahrtsberechtigte Autofahrer mit 50 Prozent haften muss, entschied aktuell das Amtsgericht München.

Zwei Autos wollten ein Münchner Parkhaus verlassen. Der eine Autofahrer für mit seinem Passat geradeaus auf einer Fahrbahn, von der rechts und links weitere Fahrbahnen abzweigen, auf denen sich die Parkplätze befanden. Ein anderer Autofahrer kam von rechts mit seinem Skoda aus einer dieser Querstraßen. Auf der Kreuzung kam es zu einem Autounfall im Parkhaus, weil der geradeaus fahrende Passat die Vorfahrt missachtet und mit erhöhter Geschwindigkeit durchs Parkhaus gefahren sein soll. Der Skoda-Fahrer klagte auf Schadensersatz.

Besondere Rücksichtsnahmepflicht im Parkhaus

Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 333 C 16463/13) entschied das beide Autofahrer zu 50 Prozent für den Autounfall im Parkhaus haften. Die Fahrbahnen des Parkhauses besaßen laut Gericht aufgrund ihrer Breite Straßencharakter. Die Vorfahrtsregeln der Straßenverkehrsordnung fänden daher Anwendung und damit auch die Verkehrsregel „rechts vor links“. Darüber hinaus unterlägen die Autofahrer in einem Parkhaus aber auch einer besonderen Rücksichtsnahmepflicht. Dies bedeute, dass jeder Autofahrer im Parkhaus stets mit ein- und ausparkenden Autos rechnen muss. Der konkrete Unfall hätte laut Sachverständigengutachten vermieden werden können, wenn beide Fahrer im besonderen Maße Rücksicht hätten walten lassen. Der Skoda-Fahrer konnte sich nicht blind auf die Vorfahrtsregel verlassen und der Passat-Fahrer hätte mit Begegnungsverkehr rechnen müssen, so das Gericht. Aus diesem Grund hielt es die Haftungsverteilung für gerechtfertigt.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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