Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Harte Strafen für illegale Autorennen!

Harte Strafen für illegale Autorennen! © fpr - topopt
Spontane Beschleunigungsrennen in der Stadt nach einem Stopp an der Ampel oder organisierte Autorennen auf der Autobahn – die Folgen der illegalen Autorennen sind nicht selten Schwerverletzte und Tote. Das Oberlandesgericht Köln stellt in einer aktuellen Entscheidung klar, dass auch die Flucht eines einzelnen Fahrers vor einer Zivilstreife als ein illegales Autorennen geahndet werden kann.

Flucht vor Zivilstreife ist illegales Autorennen

Auch die Flucht vor einer Zivilstreife kann als illegales Autorennen gewertet werden und ist damit strafbar, entschied das Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen III-1 RVs 45/20). Der sog. Raser-Paragraf umfasse nicht nur ein Autorennen von mehreren Autos, sondern finde auch Anwendung, wenn nur ein Fahrzeug groß verkehrswidrig und rücksichtlos die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschreite.

Urteil: 7 Jahre Freiheitsstrafe für Autoraser

Ein Autoraser, der bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei mit Tempo 250 einen Unschuldigen tötete, muss wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge für sieben Jahre ins Gefängnis. Diese Entscheidung des Landgerichts Braunschweig (Aktenzeichen 9 Ks 11/19) ist rechtskräftig. Tötungsvorsatz und Mordmerkmale wurden vom Gericht nicht angenommen.

Vorläufiger Führerscheinentzug bei Autoraser

Zwei Autoraser müssen vorläufig ihren Führerschein abgeben, weil eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich wegen illegalen Autorennen strafbar gemacht haben. Dies entschied das Landgericht Köln (Aktenzeichen 101 Qs 8/20, 101 Qs 7/20,) und entzog den beiden Autofahrern bis zur Entscheidung im Hauptverfahren vorläufig ihre Fahrerlaubnis.

Teilnehmer eines illegalen Autorennens wegen Mordvorwurf inhaftiert

Im Februar 2016 lieferten sich zwei junge Männer am Berliner Kurfürstendamm nachts ein Autorennen. Sie fuhren nebeneinander mit 150 km/h über eine rote Ampel. Ein kreuzender Autofahrer wurde von den Fahrzeugen erwischt und starb noch an der Unfallstelle. Die beiden Teilnehmer des illegalen Autorennens wurden im März 2016 in Untersuchungshaft genommen. Ihre Haftbefehle bleiben nach einer aktuellen Entscheidung des Landgerichts Berlin (Aktenzeichen 532 Ks 9/18) aufgrund von Fluchtgefahr bestehen. Die Hauptverhandlung ist für den 19. November 2018 angesetzt. Neben dem Vorwurf des Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs wurden ihre Führerscheine eingezogen und die Männer erhielten ein lebenslanges Fahrverbot.

Illegale Autorennen erfüllen einen Straftatbestand

Seit Mitte Oktober 2017 gibt für illegale Autorennen einen eigenen Straftatbestand mit effektiveren Sanktionsmöglichkeiten. Vorher konnten illegale Autorennen nur als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen verfolgt werden. Der Gesetzgeber will damit gegen die Raser-Szene vorgehen, die verbotene Autorennen als Freizeitspaß veranstaltet.

Rasern drohen empfindliche Strafen

Strafbar sind die Ausrichtung, Durchführung oder Teilnahme an einem verbotenen Autorennen. Geahndet werden illegale Autorennen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Entsteht ein schwerer Personenschaden aufgrund des verbotenen Autorennens ist bis zu zehn Jahren Haft möglich. Zudem können die Fahrzeuge und die Fahrerlaubnis eingezogen werden. Auch der Versuch ein verbotenes Autorennen durchzuführen ist schon strafbar.

Auch einzelne Raser fallen unter den Straftatbestand

Ebenfalls strafbar machen sich einzelne Raser, die sich im Straßenverkehr verhalten als würden sie an einem Rennen teilnehmen. Damit will der Gesetzgeber dem Trend entgegen wirken, wonach Raser ihre Fahrt aufnehmen und ins Internet stellen.

Wilde Autofahrt führt zur Unterbringung in Psychiatrie

Ein junger Autofahrer hatte trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei sein Fahrzeug nicht gestoppt. Er lieferte sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd durch die Innenstadt, bei der er mehrere Polizeifahrzeuge rammte und einen Polizisten fast überfuhr. Er konnte erst kurz vor der Autobahn von den Polizisten gestoppt werden. Es stellte sich heraus, dass der junge Mann unter paranoider Schizophrenie litt und seine wilde Autofahrt vermutlich unter Betäubungsmittel begangen hatte. Dem Mann wurde seine Fahrerlaubnis entzogen und sein Auto wurde beschlagnahmt. Auf Anordnung des Amtsgerichts Magdeburg wurde der Raser in eine geschlossene Einrichtung der Psychiatrie gebracht.

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
3.5 / 5 (6 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Strafrecht , 17.11.2016
Das Thema „Illegale Autorennen“ beschäftigt aktuell nicht nur den Gesetzgeber. Ein Gericht hat kürzlich wieder einen 20 jährigen Raser wegen der Teilnahme an einem illegalen Fahrzeugrennen zu einer Geldbuße von 400 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt.
5.0 / 5 (1 Bewertungen)
Verkehrsrecht , 22.12.2016
Ob Dashcams, Helmpflicht für Turbanträger oder illegale Autorennen – auch 2016 beschäftigten sich die Gerichte wieder mit vielen interessanten Themen rund um das Auto.
Stellen Eltern ihrem Kind einen eigenen Laptop mit Internetanschluss zur Verfügung, so müssen sie die Aktivitäten der Kinder im Netz genau im Auge behalten. Kommt es nämlich zu illegalen Downloads durch die Kinder, haften auch die Eltern.
Strafrecht , 25.08.2015 (Update 07.09.2020)
Seit 2017 ist in Deutschland das Tragen von Kutten mit Kennzeichen von verbotenen Rocker-Clubs verboten. Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt in drei Entscheidungen klargestellt, dass Kennzeichen verbotener Clubs auch nicht von Mitgliedern eines nicht verbotenen Clubs getragen werden dürfen.
4.0 / 5 (4 Bewertungen)
Strafrecht , 06.09.2018
Seit knapp einem ist das Tragen von Rockerkutten verbotener Clubs in Deutschland nicht mehr erlaubt. Das Oberlandesgericht Hamm hat nun entschieden, dass auch das Tragen einer Rockerkutte mit Kennzeichen von verbotenen Vereinen nicht erlaubt ist, wenn daneben die Ortsangabe eines nicht verbotenen Clubs steht.
Strafrecht , 13.02.2017
Für Rockerclubs und Motorradgangs gilt zukünftig ein Kuttenverbot, wenn eine einzelne Abteilung – ein sogenanntes Chapter – verboten ist. Der Bundesrat hat aktuell einer entsprechenden Gesetzesvorlage des Bundestags für eine Verschärfung des Vereinsrecht zugestimmt.
2.7 / 5 (3 Bewertungen)
Seit dem 3.Dezember 2018 ist ungerechtfertigtes Geoblocking im Online-Handel EU-weit verboten. Verbraucher können Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU jetzt zu gleichen Bedingungen beziehen und dürfen nicht mehr auf Websites mit nationalen Angeboten zu schlechteren Konditionen umgelenkt werden.
Wissen Aktuell , 12.06.2019 (Update 01.03.2021)
Einwegplastik-Produkte sind nach einer aktuell verabschiedeten EU-Richtlinie ab Anfang Juli 2021 in der EU verboten. Betroffen von diesem Verbot sind unter anderem Kunststoff-Wattestäbchen, Trinkhalme, Luftballonstäbe, Plastik-Geschirr und Lebensmittelbehältnisse aus Plastik.
Strafrecht , 16.03.2017 (Update 12.07.2019)
Ob Hilfe zur schmerzlosen Selbsttötung oder „Sterben lassen“ – die Grenze zur aktiven und damit in Deutschland strafbaren Sterbehilfe ist oft nicht ganz klar. Der Bundesgerichtshof hat aktuell zwei Ärzte freigesprochen, die Patienten bei deren Selbsttötungsverlangen unterstützt und auf Rettung verzichtet haben.
Verkehrsrecht , 28.03.2012
Rechtsanwalt LEHNHART LEICHTHAMMER
Immer mehr geblitzte Autofahrer stoßen im Internet auf den so genannten "Punktehandel". Dazu die Rechtseinschätzung von Fachanwalt Uwe Lenhart.
Verkehrsrecht , 03.03.2017 (Update 07.11.2019)
Haschisch, LSD, Heroin oder eine Kräutermischung mit harten Drogen – Werden bei einem Autofahrer im Rahmen eines polizeilichen Drogentests verbotene Wirkstoffe im Blut nachgewiesen, ist der Führerschein schnell weg. Nach einer aktuellen Gerichtsentscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf darf ein Patient, der Medizinal-Cannabis einnimmt, unter bestimmten Voraussetzungen ein Fahrzeug führen kann.
3.0 / 5 (5 Bewertungen)
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwalt Moritz Bode
Fachanwalt für Strafrecht
Mittlerer Graben 26
86152 Augsburg
Fachanwältin Undine Weyers
Fachanwältin für Strafrecht
Karl-Marx-Straße 71 (Eingang Fuldastraße 61)
12043 Berlin
Fachanwalt Markus Först
Fachanwalt für Strafrecht
Peter-Klöckner-Straße 5
56073 Koblenz
Fachanwalt Clemens G. Schug
Fachanwalt für Strafrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Marktstraße 5
66333 Völklingen
Fachanwalt Hilmar Lampert
Fachanwalt für Strafrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Rathenaustraße 7
95444 Bayreuth
Fachanwalt Dr. Peter Auffermann
Fachanwalt für Strafrecht
Friedenstraße 5
97421 Schweinfurt
Fachanwalt Sven Haak
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Domplatz 30
99084 Erfurt
Fachanwalt Markus Lausmann
Fachanwalt für Strafrecht
Liedmannstraße 29
41460 Neuss
Fachanwalt Philip Leichthammer
Fachanwalt für Strafrecht
Bremer Straße 6
60323 Frankfurt am Main
Fachanwalt Michael Schenk
Fachanwalt für Strafrecht
Akazienweg 20
34117 Kassel
Fachanwalt Dr. Peter Auffermann
Fachanwalt für Strafrecht
Kapuzinerstraße 17
97070 Würzburg
Fachanwalt Anton Pfeffer
Fachanwalt für Strafrecht
Landshuter Allee 49
80637 München
Fachanwalt Jens Gunnar Cordes
Fachanwalt für Strafrecht
Osthellenweg 27/29
44135 Dortmund
Fachanwalt Sebastian Windisch
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Rheinstraße 105
55116 Mainz
Fachanwalt Christian Lange
Fachanwalt für Strafrecht
Feldstraße 60
20357 Hamburg
Fachanwalt Christian J. Wowra
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Friedrichstraße 134
10117 Berlin