Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Trennung und Scheidung: Was passiert mit den Haustieren?

Trennung und Scheidung: Was passiert mit den Haustieren? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Wird nach der Trennung oder Scheidung eines Ehepaars der Haushalt aufgeteilt, stellt sich oft die Frage, wer das liebgewonnene Haustier bekommt. Das Amtsgericht München stellt in einer aktuellen Entscheidung klar, dass es kein Weiterverkaufsverbot für einen gemeinsam erworbenen Hund nach einer Trennung gibt.

Wohl des Tieres ist maßgebend

Bei der Zuweisung eines Hundes nach einer Trennung steht in der Regel das Wohl des Tieres im Fokus. So hat das Amtsgericht München (Aktenzeichen 523 F 9430/18) entschieden, dass ein in der Ehezeit erworbener Hund, dem Ehegatten zugesprochen werden muss, der die Hauptbezugsperson des Tieres ist. Dies sei unabhängig davon, wer den Hund gefüttert und versorgt hat. Ein während einer Ehe angeschaffter Hund kann nach einer Trennung nicht mehr herausverlangt werden, wenn der Hund schon über zwei Jahre bei einem der Ex-Partner lebt. Dies entschied das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 11 WF 141/18). Zwar werde ein Hund als Hausrat eingestuft, bei seiner Zuteilung müsse man aber seine Beziehung zu seiner Hauptperson berücksichtigen. Schließlich leiden Hunde unter dem Verlust einer wichtigen Bezugsperson. Im zu entscheidenden Fall lebt der Hund schon seit über zwei Jahren bei dem Ehemann, so dass dieser seine Hauptbezugspersonen geworden ist – egal wer sich während der Ehe um das Tier gekümmert hat. Zum Wohl des Hundes sollte man daher von einer Trennung vom Ehemann absehen. Das Wohl des Tieres ist nach einer Entscheidung des Landgerichts Koblenz (Aktenzeichen 6 S 95/19) für die Zuweisung an einen Partner nach einer Trennung dann nicht entscheidungserheblich, wenn der Ex-Partner nachweisen kann, dass er der alleinige Eigentümer des Hundes ist.

Weitere Kriterien: Affektionsinteresse und Rudelzusamlt

Ein Ehepaar hielt in seiner gemeinsamen Ehezeit sechs Hunde in ihrem Haushalt. Nachdem die Ehefrau ihren Mann verlassen hatte, nahm sie die Hunde zu sich und versorgte sie. Damit war der Mann nicht einverstanden. Er stellte beim Familiengericht den Antrag, ihm zwei der Hunde im Rahmen der Haushaltsauseinandersetzung zu zusprechen. Das Oberlandesgericht Nürnberg (Aktenzeichen 10 UF 1429/16) winkte ab und entschied, dass die Hunde bei der Frau bleiben sollten. Hunde seien nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch Haushaltsgegenstände, womit sie sich nicht im Alleineigentum eines Ehegattens befinden könnten und nach Billigkeitsgesichtspunkten einem Ehegatten zugewiesen werden müssten. Kriterien für die Zuweisung des Haustiers im Rahmen einer Haushaltsauseindandersetzung seien zum eine das Affektionsinteresse. Darunter versteht man den Liebhaberwert einer Sache, der mit monetären Mitteln nicht zu ermessen ist. Im konkreten Fall konnte bei keinem Partner ein größeres Affektionsinteresse festgestellt werden. Ein weiteres Kriterium ist laut Gericht das körperliche Wohl der Hunde. Eine Gefährdung des körperlichen Wohls der Hunde bestand aber weder bei der Ehefrau noch bei dem Ehemann, weil sich beide im gleichen Maße um die Tiere kümmerten. Das Gericht sah das Kriterium des Rudelzusammenhalts im zu entscheidenden Fall als ausschlaggebend. Aus diesem Grund seien die Hunde bei der Frau besser aufgehoben. Sie hätten sich an die neue Umgebung und den neuen Freund der Frau als Rudelmitglied zwischenzeitlich gewöhnt und den Verlust des Ehemanns als Rudelmitglied verkraftet.

Miteigentum am Hund muss nachgewiesen werden

Ein Hund, der im Alleineigentum eines Ehepartners steht, wird im Rahmen einer Scheidung nicht dem anderen Ehepartner zugeteilt. Dies sei gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben, entschied das Oberlandesgericht Stuttgart (Aktenzeichen 18 UF 57/19). Im zugrundeliegenden Fall war aufgrund eines Abgabevertrags mit einem Tierheim ersichtlich, dass der Hund im Alleineigentum des Ehemannes steht. Daran ändert, laut Gericht, auch die Tatsache nichts, dass die Ehefrau sich rührend um den Hund gekümmert hat. Miteigentum am Hund konnte die Ehefrau nicht beweisen. Die Zuteilung von im Alleineigentum stehender Sachen - so werden Tiere gesetzlich behandelt – an den anderen Ehepartner ist gesetzlich nicht mehr vorgesehen, so die Stuttgarter Richter. Wichtig zu wissen: Ein Ex-Partner, der nach der Trennung den gemeinsamen Hund erhalten hat, darf diesen später weiterverkaufen, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 191 C 20103/19).

Getrenntlebender Ehegatte hat kein Anspruch auf Umgang mit dem Hund

Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen II-10 WF 240/10) hat klargestellt, dass ein getrenntlebender Ehegatte keinen Rechtsanspruch auf ein Umgangsrecht mit dem Hund hat. Das Umgangsrecht im Bezug auf Kinder ist nicht auf Hunde übertragbar.

Redaktion fachanwaltsuche.de

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
3.8 / 5 (4 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Wissen Aktuell , 16.06.2018 (Update 14.11.2022)
Ein Hund ist für viele Menschen nicht einfach nur ein Haustier, es ist ein bester Freund und Weggefährte. Ob Beißattacken, Leinenzwang oder Zuchttauglichkeit - Streitigkeiten rund um den Vierbeiner enden daher nicht selten vor Gericht, wie folgende Gerichtsurteile zeigen.
3.2 / 5 (14 Bewertungen)
Wissen Aktuell , 14.10.2022
Die meisten Hunde machen ihren Spaziergang am liebsten frei von Leine und Maulkorb. In welchen Fällen muss das Herrchen oder Frauchen trotzdem zur Leine greifen? Wann und wo gibt es eine Leinenpflicht für Hunde? Und wann kann eine Behörde die Leine oder den Maulkorb anordnen?
Arbeitsrecht , 21.03.2018 (Update 12.09.2017)
Hunde am Arbeitsplatz spalten die Bürogemeinschaft: Für die einen bedeuten Hunde am Arbeitsplatz eine Verbesserung des Betriebsklimas – die anderen sind genervt vom Kläffen und Hundegeruch. Haben Mitarbeiter einen Anspruch darauf ihren Hund mit zur Arbeit zu bringen, oder kann der Chef den Hund verbieten?
4.2 / 5 (13 Bewertungen)
Ob Hund, Katze oder Pferd: Wenn Haus- oder Nutztiere Schäden verursachen, können auf Herrchen und Frauchen schnell immense Summen an Schadensersatz und Schmerzensgeld zu kommen.
3.3 / 5 (3 Bewertungen)
Strafrecht , 23.05.2018 (Update 16.08.2022)
Wer seinen Hund bei heißen Temperaturen ohne ausreichende Versorgung im Auto zurücklässt, muss mit einer Geldbuße oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Verwaltungsrecht , 29.08.2016
In unserer Hauptstadt ist ein neues Hundesgesetz in Kraft getreten. Geregelt wird unter anderem die Beseitigung von Hundekot, die allgemeine Leinenpflicht und die Rasselister gefährlicher Hunde.
2.0 / 5 (1 Bewertungen)
Arbeitsrecht , 12.05.2018 (Update 31.03.2021)
Arbeitnehmer verbringen einen Großteil ihres Tages an ihrem Arbeitsplatz. Dabei entstehen immer wieder Fragen wie: Dürfen Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz Radio hören? Muss der Chef ein Haustier im Büro dulden? Darf ein Arbeitsplatz permanent mit Video überwacht werden?
3.0 / 5 (3 Bewertungen)
Miet- und Wohnungseigentumsrecht , 22.05.2017 (Update 06.07.2022)
Nächtliches Gebell, Hundehaufen auf dem Gehweg oder Gestank im Treppenhaus – Hundehaltung in einem Mehrfamilienhaus bietet oft Anlass zum Ärger. Hier einige interessante Rechtsinfos rund um das Thema „Wohnen mit Hund“.
3.5 / 5 (186 Bewertungen)
Familienrecht , 20.10.2017 (Update 21.10.2019)
Nicht nur bei einer Ehescheidung wird über finanzielle Ausgleichsansprüche gestritten, auch bei Paaren ohne Trauschein geht es im Fall der Trennung um die Frage, ob und wie ein finanzieller Ausgleich erfolgt. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Ex-Partner nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin ihren Eltern unter bestimmten Voraussetzungen größere Geldgeschenke zurückzahlen muss.
3.5 / 5 (10 Bewertungen)
Sozialrecht , 10.09.2015 (Update 18.07.2022)
Wird ein Partner pflegebedürftig und muss in einem Pflegeheim untergebracht werden, kann dies schnell zu einer großen finanziellen Belastung für seinen Ehe- oder Lebenspartner werden. Fraglich ist, ob eine „Trennung“ auch zu einer Auflösung einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft im sozialhilferechtlichen Sinne führt.
3.8 / 5 (59 Bewertungen)
Rechtsanwältin Ulrike Klein
Nach einer Trennung kümmert man sich um alles möglich, aber nicht um die Versicherungen. Hier gibt es aber Einiges zu beachten.
2.0 / 5 (1 Bewertungen)
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwältin Monika Stürzer
Fachanwältin für Familienrecht
Walter-Kolbenhoff-Straße 5
82110 Germering
Fachanwältin Christina Friedrich
Fachanwältin für Familienrecht
Schießgraben 9
55232 Alzey
Fachanwältin Dr. rer. pol. Margarete Thaktsang-Schall
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Am Seerhein 8
78467 Konstanz
Fachanwältin Dorothea Ehrmann
Fachanwältin für Familienrecht
Kaiserstraße 30
90763 Fürth
Fachanwältin Daniela Betz
Fachanwältin für Familienrecht
Olgastraße 72
88045 Friedrichshafen
Fachanwältin Brigitte Fiedler-Bednarz
Fachanwältin für Familienrecht
Brüsseler Platz 10
50672 Köln
Fachanwältin Monika Reichel
Fachanwältin für Familienrecht
Vogelsbergerstr. 1-3
63654 Büdingen
Fachanwältin Jutta Spengler
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Medizinrecht
Rathenaustraße 7
95444 Bayreuth
Fachanwalt Ralf Stelling
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Am Teich 10 - 12
24534 Neumünster
Fachanwältin Dr. Gabriele Hitzlberger
Fachanwältin für Familienrecht
Friedenstraße 5
97421 Schweinfurt
Fachanwalt Klaus Schwaninger
Fachanwalt für Familienrecht
Kriegsstr. 45
76133 Karlsruhe
Fachanwalt Bernd Borutta
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Seestraße 17
88214 Ravensburg
Fachanwältin Beatrice Artmann
Fachanwältin für Familienrecht
Rauher Kamp 50
44339 Dortmund
Fachanwältin Sonja Schlecht
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Yorckstraße 26
10965 Berlin
Fachanwalt Hendrik Schöpper
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Ostenhellweg 62
44135 Dortmund
Fachanwältin Inga Dollhausen
Fachanwältin für Familienrecht
Hauptstraße 331
51143 Köln