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Kieferorthopädische Behandlung- Wer muss die Kosten übernehmen?

Kieferorthopädische Behandlung- Wer muss die Kosten übernehmen? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Jedes zweite Kind trägt in Deutschland eine Zahnspange. Die Behandlungskosten für diese kieferorthopädische Maßnahmen sind nicht unerheblich und werden von den gesetzlichen Krankenkassen oder privaten Zahnzusatzversicherungen nur unter bestimmten Bedingungen übernommen.

Kostenübernahme durch Krankenkasse nur bei erheblicher Beeinträchtigung

Gesetzlich Versicherte haben gegenüber ihrer Krankenkasse nur dann einen Anspruch auf Übernahme der Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung, wenn sie aufgrund der Zahnfehlstellung im Kauen, Sprechen, Beißen oder Atmen erheblich beeinträchtigt sind, oder es bald sein könnten. Dies entschied das Sozialgericht Stuttgart (Aktenzeichen S 23 KR 6776/18) und lehnte die Klage eines Versicherten ab, bei nur eine unerhebliche Zahnstellungsanomalie vorlag und der nicht in die erforderliche Indikationsgruppe fiel, bei denen das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen schwerfällt.

Kostenübernahme durch private Zahnzusatzversicherung bei Tiefbiss von 6,2 mm

Eine private Zahnzusatzversicherung muss die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung bei einem Patienten mit einem diagnostizierten Tiefbiss von 6,2 mm übernehmen, entschied das Amtsgericht Bonn (Aktenzeichen 110 C 128/11).

Zahnfehlstellung ist keine Anomalie – Versicherung muss zahlen

Wird bei Vertragsabschluss von einer privaten Krankenkostenzusatzversicherung nach Anomalien im Hinblick auf Zahnfehlstellungen gefragt, ist dies eine für den Versicherungsnehmer unklare Frage. Die Krankenkasse hat kein Recht deshalb nachträglich die Zahlung der Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung zu verweigern, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 7 U 44/20).

Miniaturbrakets - nicht für Hartz IV Empfänger

Empfänger von Sozialleistungen haben keinen Anspruch auf eine kieferorthopädische Behandlung, die über die Leistung der gesetzlichen Krankenkasse hinausgeht, entschied das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt (Aktenzeichen L 5 AS 472/11). Es lehnte damit den Antrag einer Hartz IV Empfängerin ab, die mit komfortablen Miniaturbrakets kieferorthopädisch versorgt werden wollte.

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