Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Hohes Schmerzensgeld für unerlaubt veröffentlichtes Intimfoto im Internet!

Ein Mann, der ein Foto von ihm und einer Frau beim Oral-Sex ohne Erlaubnis der Frau im Internet veröffentlicht, muss dieser 7.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.

Ex veröffentlicht Foto beim Oral-Sex

Im zugrundeliegenden Fall stellte ein Mann nach dem Beziehungs-Aus mit seiner Partnerin ein Foto auf eine Internetplattform, das die beiden beim Oral-Sex zeigte. Zu sehen war das Intimfoto zunächst nur für Freunde und Bekannte des Paares, es verbreitete sich allerdings schnell übers Internet. Erst nach Aufforderung der Frau, das Foto von der Internetplattform zu entfernen, nahm der Mann es von seinem Account. Durch die Veröffentlichung des Intimfotos erlitt die Frau eine psychische Erkrankung, die sich mehrere Jahre hinzog.

Frau erleidet jahrelange psychische Erkrankung

Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 3 U 138/15) sprach der Frau ein Schmerzensgeld von 7.000 Euro zu. Die Frau habe aufgrund ihrer psychischen Erkrankung ihr Leben nur eingeschränkt gestalten können. Sie habe sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und konnte auch ihrer Berufsausbildung nicht nachgehen. Bei der Urteilsfindung hat das Gericht aber auch das jugendliche Alter und den alkoholisierten Zustand des Mannes berücksichtigt, sowie die Tatsache, dass die Frau aufgrund eines Wohnortwechsel in Zukunft nicht mehr mit dem Intimfoto konfrontiert werde.

Redaktion fachanwaltsuche.de

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Dürfen frei zugängliche Fotos im Internet auf eigener Website verwendet werden? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Wird eine Fotografie mit der Zustimmung ihres Urhebers auf einer Website veröffentlicht und ist frei zugänglich, bedeutet das nicht, dass sie auch auf anderen Websites verwendet werden darf. Der EuGH hat entschieden, dass für die Verwendung der Fotografie auf einer anderen Website erneut die Zustimmung des Urhebers eingeholt werden muss.
Der Bundesgerichtshof hat jüngst entschieden, dass die sog Panoramafreiheit sich auch auf nicht ortsfeste Kunstwerke erstreckt. Konkret ging es um ein Foto mit dem Kussmund des Kreuzfahrtschiffes Aida.
Medizinrecht , 26.02.2018 (Update 04.09.2018)
Muss eine Krankenkasse die Kosten für Fettabsaugen übernehmen? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Ob Bauch, Beine oder Po: Fettabsaugen ist eine der häufigsten Behandlungen die Schönheitschirurgen bei ihren Patienten durchführen. Die Kosten für eine sog. Liposuktion sind nicht unerheblich, daher stellt sich für Patienten die Frage: Muss die Krankenkasse die Kosten für diesen Eingriff übernehmen?
4.6 / 5 (5 Bewertungen)
Wissen Aktuell , 16.08.2018 (Update 16.08.2018)
Wann gibt es Schadensersatz vom Friseur? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Färben, Strähnen, Schneiden, Fönen- bei einem Friseurbesuch kann einiges schief gehen. Doch wann kann der Kunde sein Geld für die missglückte Haarpracht vom Friseur zurück verlangen? Und wann steht ihm Schmerzensgeld und Schadensersatz für die Styling-Katastrophe zu?
5.0 / 5 (3 Bewertungen)
Versicherungsrecht , 20.08.2018 (Update 20.08.2018)
Unfälle im Supermarkt oder Ladenlokal - Wer haftet? © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com
Ob es der Ausrutscher auf einer Wurstscheibe oder der eingeklemmte Finger in der automatischen Tür ist - Es gibt viele Unfallgefahren in einem Supermarkt oder Ladenlokal. Fraglich ist immer nur, wer in diesen Fällen haften muss.
4.5 / 5 (4 Bewertungen)
Medizinrecht , 08.05.2018 (Update 02.10.2018)
Au Backe- Wann haftet der Zahnarzt? © topopt
Für viele Patienten ist der Besuch beim Zahnarzt mit Angst verbunden. Kommt es zu Komplikationen bei der Behandlung, oder wird der Patient nicht ausreichend über die Behandlung oder die damit verbundenen Therapiekosten aufgeklärt, muss der Zahnarzt unter Umständen für die fehlerhafte Behandlung haften.
Gebühren für den Versand bzw. den Selbstausdruck eines online erworbenen Veranstaltungstickets dürfen nicht von einem Internet-Portal erhoben werden! Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Bremen und erklärte damit die betreffenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Internet-Portals, das Veranstaltungstickets vertreibt, für unwirksam.
Strafrecht , 23.02.2016
Wer pornografische Fotomontagen im Internet veröffentlicht, riskiert hohe Schmerzensgeldzahlungen an die betroffenen Personen, zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg.
Rechtsanwalt Frank Remmertz REMMERTZ SON
Rechtsanwälte
Ende vergangenen Jahres sorgte eine Abmahnwelle für negative Schlagzeilen, die unter dem Namen „Redtube“-Abmahnungen bekannt geworden ist. Dabei ging es um die Frage, ob bereits das reine Betrachten von Filmen im Internet ohne Download, das sogenannte Streaming , ohne Zustimmung der jeweiligen Urheber urheberrechtswidrig ist. Unter Streaming bezeichnet man die gleichzeitige Übertragung von Audio- und Videodaten über ein Netzwerk, um sich so z.B. ein Fußballspiel live im Internet anschauen zu können („Livestream“). Die Besonderheit dieser Datenübertragung liegt darin, dass Daten eines Films oder eines Musikstücks auf dem Arbeitsspeicher eines PCs abgelegt und für einen kurzen Zeitraum gespeichert werden, um die Betrachtung eines Films im Internet oder das Hören eines Musikstücks technisch zu ermöglichen.
Wissen Aktuell , 22.08.2018
Reiserücktritt wegen Krankheit – Wann muss die Versicherung zahlen? © topopt
Eine lang ersehnte Urlaubsreise wegen Krankheit absagen zu müssen, ist ärgerlich. Ein kleiner Trost ist es für den vermeintlichen Urlauber, wenn er eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat und so zumindest nicht auf den Reisekosten sitzen bleibt. Doch Vorsicht, die zahlt längst nicht bei allen Erkrankungen.
Arbeitsrecht , 12.07.2018 (Update 12.07.2018)
Berufskrankheiten: Wann muss die gesetzliche Unfallversicherung zahlen? © topopt
Eine Berufskrankheit liegt vor, wenn eine Erkrankung ihren Ursprung im Arbeitsumfeld hat. Das können Krankheiten wie Allergien, Erkrankungen der Wirbelsäule, psychische Leiden bis hin zu Krebserkrankungen sein. Bei einer Berufskrankheit muss dann die gesetzliche Unfallversicherung für die Folgen der Erkrankung aufkommen. Ob sich bei einer Erkrankung allerdings um eine Berufskrankheit handelt, muss in vielen Fällen vom Gericht entschieden werden.
4.0 / 5 (1 Bewertungen)

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung