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Arzt darf keine Fehlbehandlung auf Wunsch des Patienten durchführen!

Ein Arzt darf nicht dem Wunsch eines Patienten auf eine Behandlung entsprechen, wenn diese gegen medizinische Standards verstößt. Auch dann nicht, wenn der Arzt den Patienten vor der Behandlung ausführlich über die Behandlungsfolgen aufgeklärt hat, entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm.

Im zu entscheidenden Fall wollte sich eine Patientin von ihrem Zahnarzt ihre Frontzähne sanieren lassen. Der Zahnarzt diagnostizierte bei der Patientin eine Störung in ihren Kiefergelenken, die er mit einer Aufbissschiene behandeln und die Seitenzähne stabilisieren wollte. Die Patientin bestand allerdings darauf mit der Sanierung der Frontzähne zu beginnen. Der Arzt kam dem Wunsch der Patientin nach, auch wenn diese Behandlung gegen medizinische Standards verstößt. Es kam bei der Patientin aufgrund der Behandlung zu einer zu niedrigen Bisshöhe und einer Kompression der Kiefergelenke. Die Patientin verlangte aufgrund der Fehlbehandlung vom Zahnarzt Schmerzensgeld und Schadensersatz von rund 45.000 Euro.

Arzt muss Schadensersatz und Rückzahlung seines Honorars leisten

Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 116/14). Der Zahnarzt sei gegenüber seiner Patientin schadensersatzpflichtig. Er habe sich von seiner Patientin von einer fachgerechten Behandlung abbringen lassen. Zunächst hätte die Schienentherapie erfolgen müssen. Die Frontzahnsanierung habe zu früh begonnen. Daraus seien die falsche Bisshöhe bei der Patientin sowie die Kompression der Kiefergelenke entstanden. Auch wenn ein Patient eine andere Behandlung als der medizinische Standard vorgebe wünscht, muss der Arzt diese Behandlung ablehnen. Auch die vorherige Belehrung durch den Arzt über die Behandlungsfolgen, reiche nicht aus. Die Patientin habe zu ihrem Schadensersatzanspruch einen Anspruch auf Rückzahlung des Arzthonorars.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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