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Verbraucherinsolvenz- Chancen für überschuldete Verbraucher

Verbraucherinsolvenz- Chancen für überschuldete Verbraucher © mko - topopt
Im Jahr 2017 haben rund 94.000 Verbraucher in Deutschland einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt. Damit haben überschuldete Verbraucher eine Chance auf einen wirtschaftlichen Neuanfang.

Ablauf des Verbraucherinsolvenzverfahrens

Das Verbraucherinsolvenzverfahren beginnt damit, dass der insolvente Verbraucher versuchen muss bei seinen Gläubigern eine Einigung über eine Schuldenbereinigung zu erwirken. Scheitert der insolvente Verbraucher mit seinen Bemühungen, geht der Fall vors Insolvenzgericht (Amtsgericht). Hier muss dann ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt und die Restschuldenbefreiung beantragt werden. Das Gericht wird ebenfalls versuchen eine Einigung zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern herbeizuführen. Gelingt dies nicht, kommt es zum Verbraucherinsolvenzverfahren.

Restschuldbefreiung nach drei Jahren möglich

Ein insolventer Verbraucher hat bereits nach drei Jahren die Möglichkeit auf einen wirtschaftlichen Neuanfang. Voraussetzung ist, dass der insolvente Verbraucher es schafft, innerhalb von drei Jahren mindestens 35 Prozent der Gläubigerforderungen zur Schuldentilgung anzuschaffen. Des weiteren muss er die Verfahrenskosten begleichen. Gelingt es dem insolventen Verbraucher nur die Verfahrenskosten zu bezahlen, ist eine Restschuldenbefreiung immerhin nach fünf Jahren greifbar.

Insolvenzplanverfahren für Verbraucherinsolvenzen

Insolvente Verbraucher können zur Entschuldung auch im Verbraucherinsolvenzverfahren einen Insolvenzplan in Anspruch nehmen. Hierin können auf seinen speziellen Fall abgestimmte Regelungen zur Entschuldung getroffen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Mehrheit der Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmt.

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