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Überschuldeter Nachlass – Was können Erben tun?

Überschuldeter Nachlass – Was können Erben tun? © mko - topopt
Eine Erbschaft ist nicht immer Grund zur Freude. Oftmals wird den Erben ein überschuldeter Nachlass hinterlassen, für den sie dann gerade stehen müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen öffnet sich die finanzielle Schlinge für die Erben und es ist eine Anfechtung des überschuldeten Nachlasses möglich.

So geschehen im Fall einer Frau, deren Nachlass nach ihrem Tod im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge auf ihren Ehemann, ihre Schwester und ihren Bruder überging. Die Schwester schlug die Erbschaft sofort aus. Der Bruder ließ die sechs Wochen Frist für das Ausschlagen einer Erbschaft verstreichen. Damit nahm er die Erbschaft an. Wenig später fechtete er die Erbschaft wegen Irrtum an, weil er von der Überschuldung nichts gewusst habe.

Falsche Vorstellungen über Nachlass

Das Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen 2 Wx 109/17) ließ die Anfechtung wegen Irrtum hinsichtlich des überschuldeten Nachlasses durchgehen. Der Bruder der Erblasserin sei davon ausgegangen, dass seine verstorbene Schwester ein Jahr vor ihrem Ableben eine Abfindung in Höhe von 100.000 Euro erhalten habe. Kontoauszüge, die ein halbes Jahr vor ihren Tod erstellt wurden, zeigten ein Guthaben von 60.000 Euro auf dem Konto der Verstorbenen. Der Bruder sei also davon ausgegangen, dass der Nachlass nicht überschuldet war. Er habe vom Witwer nach der Annahme der Erbschaft keine Auskünfte über den Verbleib des Geldes erhalten. Seine Erbschaftsannahme beruht auf falschen Vorstellungen hinsichtlich des Nachlasses, die ihn zu einer Anfechtung berechtigten, so die Kölner Richter.

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