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Unfälle im Supermarkt- Wer haftet?

Unfälle im Supermarkt- Wer haftet? © mko - topopt
Ob es der Ausrutscher auf einer Wurstscheibe oder der eingeklemmte Finger in der automatischen Tür ist - Es gibt viele Unfallgefahren in einem Supermarkt. Fraglich ist immer nur, wer in diesen Fällen haften muss.

Kunde rutscht auf Öllache aus – Schmerzensgeld?

Ein Supermarktkunde war vor einer Kühltheke auf einer ungefähr drei Meter langen und einen halben Meter breiten Öllache ausgerutscht. Durch den Sturz erlitt der Mann dauerhafte Schmerzen an Knie und Hüfte. Er verlangte daher 3.500 Euro Schmerzensgeld vom Supermarkt-Betreiber. Ohne Erfolg, entschied das Amtsgericht Augsburg. Der Supermarktbetreiber habe nicht gegen seine Verkehrssicherungspflicht verstoßen. Verkäuferinnen hätten vor dem Sturz des Kunden Salz auf die Öllache gestreut und ein entsprechendes Warnschild „Vorsicht Rutschgefahr“ aufgestellt. Damit habe der Supermarkt-Betreiber seiner Verkehrssicherungspflicht Genüge getan.

Vor der Wursttheke ausgerutscht – Schmerzensgeld?

Eine Supermarktkundin rutschte in der Nähe der Wursttheke aus und schlug mit dem Rücken und dem Gesäß auf dem Boden auf. Dabei zog sie sich einen Innenbandriss am Knie zu. Die Frau verlangte vom Supermarkt-Betreiber 4.000 Euro Schmerzensgeld. Dieser weigerte sich zu zahlen, da die Ursache des Unfalls kein Fettfleck auf dem Boden gewesen sei, sondern eine Scheibe Wurst, die zuvor ein Kind habe fallen lassen. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht München (Aktenzeichen 271 C 18055/11) wies die Richterin die Supermarktkundin daraufhin, dass ihre Schmerzensgeldforderung von 4.000 Euro viel zu hoch sei. Es kämen allenfalls 1.000 Euro Schmerzensgeld in Betracht. Da zur Klärung der Unfallursache eine umfangreiche Beweiserhebung nötig sei, die weitere Kosten verursachen würde, regte das Gericht einen Vergleich an. Die Supermarktkundin erhielt aufgrund des Vergleichs 750 Euro Schmerzensgeld für ihren Sturz.

Kundin rutscht auf Putzwasserpfütze aus – Schmerzensgeld?

Eine Supermarktkundin, die bei ihrem Einkauf angeblich auf einer Putzwasserlake ausgerutscht und gestürzt war, ging vor dem Amtsgericht München (Aktenzeichen 158 C 21362/15) ebenfalls leer aus. Das Gericht konnte nach einer umfangreichen Beweiserhebung keine Verletzung der Verkehrssicherungspflichten des Supermarkt-Betreibers erkennen. Insbesondere sei der Supermarkt-Betreiber nicht verpflichtet gewesen an einer Putzstelle Warnschilder aufzustellen.

Automatische Türen - Kunde muss selbst aufpassen!

Automatische Türen stellen in einem Supermarkt auch immer wieder eine Gefahrenquelle für Unfälle dar. Hier hat das Amtsgericht München (Aktenzeichen 224 C 27993/12) entschieden, dass der Supermarktkunde bei der Benutzung einer automatischen Tür selbst gut aufpassen muss. Der Supermarkt-Betreiber verletze seine Verkehrssicherungspflicht bei automatischen Türen nur, wenn eine unerwartete atypische Funktion der Tür gegeben sei.

Kunde stößt mit anderem Kunden zusammen – Wer haftet?

Kommt es in einem Supermarkt zu einem Zusammenstoß von zwei Kunden, kann eine hälftige Haftung für den dabei entstandenen Schaden in Betracht kommen, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 6 U 203/15). Im zu entscheidenden Fall hätten beide Kunden sich bei einem Rückwärtsschritt zuvor umschauen müssen, um so eine Kollision zu vermeiden.

Redaktion fachanwaltsuche.de

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