Logo Fachanwaltssuche
Von Experten beraten.
Rechtsgebiet z.B. Arbeitsrecht
Ortz.B. Köln, 50968

Testament – So geht Ihr letzter Wille in Erfüllung!

Testament – So geht Ihr letzter Wille in Erfüllung! Füllfederhalter zur Unterschrift eines Arbeitszeugnisses © freepik
Wer mit einem Testament seinen letzten Willen regeln möchte, muss auf einiges achten, damit das Testament auch tatsächlich wirksam ist und umgesetzt wird. Welche Arten von Testamenten gibt es? Wer ist testierfähig? Welche Form muss ein Testament haben? Was kann man in einem Testament regeln? Und kann man ein Testament nachträglich ändern?

Welche Arten von Testamenten gibt es?

Den letzten Willen kann man in Form eines öffentlichen Testaments niederlegen, dann erklärt der Erblasser vor einem Notar seinen letzten Willen. Ein Testament kann aber auch eigenhändig erstellt werden. In diesem Fall ist es nicht notariell beglaubigt. Wichtig ist in dem Fall, dass das Testament vom Erblasser eigenhändig niedergeschrieben und unterschrieben wurde. Eheleute haben die Möglichkeit zur Absicherung des Ehepartners ein gemeinschaftliches Testament in Form eines Berliner Testaments zu errichten. Daneben gibt es noch das Nottestament, das bei akuter Lebensgefahr des Erblassers vor drei Zeugen vom Erblasser ohne Notar errichtet werden kann. Wichtig ist hierbei, dass alle drei Zeugen bei der Testamentserrichtung dabei sind, den Zeugen die akute Lebensgefahr bewusst ist und sie nicht durch das Testament begünstigt werden. Das Nottestament muss dem Erblasser vorgelesen werden, entschied das Landgericht Nürnberg-Fürth (Aktenzeichen 7 T 5033/08).

Wer kann ein Testament verfassen?

Testierfähig ist jeder, der 18 Jahre alt und im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist. Ab dem 16. Lebensjahr kann ein Jugendlicher ein Testament vor einem Notar errichten. Eine Demenz oder Alzheimererkrankung kann zu einer Testierunfähigkeit führen – muss es aber nicht. Entscheidend ist hier, inwieweit die Erkrankung den Willen des Erblassers beeinträchtigte, so das Oberlandesgericht München (Aktenzeichen 34 Wx 293/14). Andere, auch tödliche Erkrankungen, sprechen an sich nicht gegen eine Testierfähigkeit. Ob der Erblasser beim Verfassen des Testaments testierfähig war, muss derjenige beweisen, der an der Testierfähigkeit zweifelt.

Was kann man alles in einem Testament regeln?

Der Verfasser eines Testaments ist hinsichtlich des Inhalts völlig frei. Er kann an das Erbe Auflagen binden, er kann bestimmte Gegenstände an bestimmte Menschen vererben, er kann die Verteilung des Erbes festlegen und auch eine Enterbung veranlassen, wenn dafür die Voraussetzungen vorliegen. Wichtig ist, dass der Wille des Erblassers klar und unmissverständlich formuliert ist. So ist laut Oberlandesgericht München (Aktenzeichen 33 Wx 38/23 e) die Formulierung in einem Testament, dass derjenige Erbe werden soll, der den Erblasser „bis zu seinem Tod pflegt und betreut“ zu unbestimmt.

Welche Form muss ein Testament haben?

Ein Testament muss Formerfordernissen entsprechen. So muss ein eigenhändiges Testament auch eigenhändig vom Verfasser geschrieben worden sein. Das ist nicht der Fall, wenn dem Verfasser von einem Dritten die Hand geführt wurde. Das eigenhändige Testament darf nicht mit dem Computer oder einer Schreibmaschine geschrieben werden – auch nicht zum Teil. Das Testament muss die Überschrift „Testament“ oder „Letzter Wille“ tragen, Ort und Datum enthalten und vom Verfasser unterschrieben worden sein. Dabei muss er dies mit seiner ausgeschriebenen Unterschrift tun, eine Abkürzung seines Namens gilt als nicht unterschrieben. Eine ungewöhnliche Papierwahl lässt nicht auf einen fehlenden Testierwillen schließen, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 3 W 96/23).

Kann man ein Testament nachträglich ändern?

Lebensumstände oder Vorkommnisse können den Verfasser eines Testaments veranlassen dieses nachträglich nochmal ändern zu wollen. Das ist jederzeit möglich! Der Verfasser ist nicht an ein einmal geschriebenes Testament gebunden. Er muss das neue Testament allerdings entsprechend kenntlich machen und den Formerfordernissen entsprechen. Finden sich in einem Testament mehrere durchgestrichene Passagen, ist davon auszugehen, dass der Erblasser das Testament widerrufen wollte, wenn ausgeschlossen werden kann, dass Dritte Zugriff auf das Testament haben konnten, entschied das Oberlandesgericht München (Aktenzeichen 33 Wx 73/23 e).

War dieser Beitrag für Sie hilfreich?

Eigene Bewertung abgeben:
Bisher abgegebene Bewertungen:
3.0 / 5 (1 Bewertungen)
Das könnte Sie interessieren
Erbrecht , 21.04.2015
Ehegatten und Verwandte können mit einem Vertrag zu Lebzeiten auf ihr gesetzlich zustehendes Erbe verzichten. Doch Vorsicht: Der Erbverzicht kann Folgen für die nachfolgenden Generationen haben.
4.8 / 5 (4 Bewertungen)
Erbrecht , 16.07.2012
Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert Kanzlei Hilbert & Simon
Viele Herrchen und Frauchen wissen: "Nichts ist treuer als mein Hund!". Deshalb keimt immer öfter der Wunsch auf, das geliebte Tier auch für die Zeit nach dem eigenen Tod gut versorgt zu wissen. Tiere sind aber nicht erb-fähig. Sie können deshalb im Testament nicht unmittelbar begünstigt werden.
3.0 / 5 (2 Bewertungen)
Erbrecht , 10.10.2017
Das Testament eines Rechtshänders, das er aufgrund einer Lähmung der rechten Hand mit seiner linken Hand schrieb, kann auch rechtswirksam sein. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Köln.
4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Erbrecht , 24.05.2012
Rechtsanwalt Anton Bernhard Hilbert Kanzlei Hilbert & Simon
Die scharfe Pflichtteilsstrafklausel wirkt nicht nur, wenn ein Kind den Pflichtteil geltend macht. Auch wenn es - sogar - den gesetzlichen Erbteil für sich beansprucht, ist es beim zweiten Erbfall enterbt. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden.
3.2 / 5 (5 Bewertungen)
Erbrecht , 09.11.2018 (Update 20.10.2022)
Fordert ein Kind nach dem Tod des ersten Elternteils bei Vorliegen eines Berliner Testaments eine Auskunft über den Wert des Erbes und zudem Geld, kann dadurch die Pflichtteilsstrafklausel ausgelöst werden. Das Kind verliert dann seine Erbenstellung nach dem Tod des länger lebenden Elternteils.
3.8 / 5 (6 Bewertungen)
Sozialrecht , 14.10.2016
Das Jobcenter darf Hartz IV-Leistungen an einen Empfänger nur noch in Form eines Darlehn bewilligen, wenn dieser aufgrund eines Pflichterbteils über genügend Vermögen verfügt.
4.0 / 5 (3 Bewertungen)
Erbrecht , 08.02.2018
Ein Schriftstück, in dem eine Person ihren letzten Willen verfasst, muss nicht zwingend die Überschrift „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ tragen. Es ist auch rechtsgültig, wenn es etwa mit „Vollmacht“ überschrieben ist.
4.6 / 5 (5 Bewertungen)
Erbrecht , 04.01.2023 (Update 14.06.2023)
Im Erbfall fordern Behörden oder Banken vom Erben in der Regel einen Erbschein, mit dem er nachweisen kann, dass er auch der rechtmäßige Erbe ist. Doch ist wirklich immer ein Erbschein notwendig? Wo erhält man den Erbschein? Wie lange dauert das?
4.0 / 5 (4 Bewertungen)
Erbrecht , 16.07.2012
Rechtsanwalt Matthias Zachmann Zachmann & Partner Rechtsanwälte
Schätzungen zufolge haben sich ca. 1 Million Bundesbürger den Traum einer privaten Ferienimmobilie / Auslandsimmobilie im Ausland erfüllt. Was passiert damit im Erbfall? Damit beschäftigt sich der nachfolgende Artikel.
4.3 / 5 (3 Bewertungen)
Erbrecht , 23.02.2018
Der Enkel eines enterbten Sohnes muss beim Erbe des Großvaters nicht leer ausgehen. Auch wenn der Großvater seinen Sohn enterbt und sein Vermögen auf andere Erben verteilt hat, steht dem Enkel des Enterbten ein Pflichtteilsanspruch zu. Dies entschied kürzlich das Oberlandesgericht Hamm.
4.3 / 5 (6 Bewertungen)
Erbrecht , 12.10.2022
Die Aussicht auf ein Erbe ist für die allermeisten Menschen zunächst ein Grund zur Freude. Doch was tun, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Erblasser nur Schulden hinterlässt? Und haftet der Erbe dann mit seinem Vermögen für die Schulden des Erblassers?
3.5 / 5 (2 Bewertungen)
Suchen in Rechsbeiträgen
Teilnehmer
Fachanwalt Dr. Christian Keller
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Notar
Muhrenkamp 11
45468 Mülheim an der Ruhr
Fachanwältin Susann Barge-Marxen
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Erbrecht
Notarin
Fünfhausen 1
23552 Lübeck
Fachanwältin Annett Seifert
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Erbrecht
Dr.-Friedrichs-Ring 10
08056 Zwickau
Fachanwalt Peter Warnke
Fachanwalt für Erbrecht
Bahnhofstraße 39
17489 Greifswald
Fachanwältin Dr. Katja Rösch
Rechtsanwältin
Am Marschallfeld 25
83626 Valley
Fachanwalt Lothar Wegener
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Berliner Platz 2
97080 Würzburg
Fachanwältin Claudia Seidl
Fachanwältin für Erbrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Kobellstraße 1
80331 München
Fachanwältin Dr. Karin Schwegler
Fachanwältin für Erbrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Henkestraße 114
91052 Erlangen
Fachanwalt Lothar Wegener
Fachanwalt für Erbrecht
Friedenstraße 5
97421 Schweinfurt
Fachanwältin Renate Maltry
Fachanwältin für Erbrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Hohenzollernstr. 89
80796 München
Fachanwalt Hendrik Schöpper
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Ostenhellweg 62
44135 Dortmund
Fachanwalt Prof. Dr. Wolfgang Burandt, LL.M., M.A., MBA (Wales)
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Domstraße 15
20095 Hamburg
Fachanwalt Claus-Rudolf Löffler
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Volgersweg 26
30175 Hannover
Fachanwalt Marwin Roth
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Erbrecht
Am Staden 9
66121 Saarbrücken
Fachanwältin Uta Hervol
Fachanwältin für Erbrecht
Eversbuschstraße 114
80999 München
Fachanwalt Christian Knoop
Fachanwalt für Erbrecht
Kurfürstendamm 134
10711 Berlin