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Wer haftet bei einem Sturz?

Wer haftet bei einem Sturz? © mko - topopt
Ob es die Fußmatte im Supermarkt oder die lockere Bordsteinkante ist- ein Sturz ist schnell passiert und hat oft unangenehme gesundheitliche Folgen für den Gefallenen. In vielen Fällen wird dann gestritten, wer für den Sturz und seine Folgen haften muss.

Sturz auf dem Schulparkplatz nach Elternabend– Schulträger haftet nicht

Für den Sturz einer Frau im Dunkeln auf einer Treppe des Schulgeländes nach einem Elternabend haftet der Schulträger nicht, entschied jüngst das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 4 U 1/18). Die Frau war zu Fall gekommen, weil die Außenbeleuchtung des Schuldgeländes ausgefallen war und sie zwei Treppenstufen übersah. Sie verlangte daraufhin 15.000 Euro Schadensersatz vom Schulträger, da dieser ihrer Ansicht nach seine Verkehrssicherungspflicht verletzt habe. Ohne Erfolg, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg. Der Schulträger müsse zwar dafür sorgen, dass das Schulgelände ohne Gefahr benutzt werden können. Er müsse aber nicht für alle erdenkbaren Gefahren eine Lösung schaffen. Die Beleuchtung sei erst vor zwei Wochen ausgetauscht worden und sei noch am Nachmittag vom Hausmeister kontrolliert worden. Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflichten sei daher auf Seiten des Schulträgers nicht zu erkennen.

Sturz an der Bordsteinkante- Kommune haftet nicht

Eine Frau stürzte über einen gelockerten Bordstein und brach sich den linken Ellbogen. Sie nahm die Kommune auf Schmerzensgeld in Anspruch, da diese ihrer Ansicht nach ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nach gekommen war. Zu Unrecht, entschied das Landgericht Coburg (Aktenzeichen 22 O 458/13). Es konnte keine Verkehrssicherungspflichtverletzung der Kommune erkennen. Die Frau habe den lockeren Bordstein gut erkennen können und sei daher für ihren Sturz alleine verantwortlich.

Sturz mit Stöckelschuhen im Theater- Kommune haftet nicht

Eine Theaterbesucherin, die mit ihren Stöckelschuhabsätzen in einer Schmutzfangmatte im Eingang eines Theaters hängen blieb und stürzte, ging mit ihrer Schadensersatzklage gegenüber der Stadt leer aus. Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 11 U 127/15) lehnte eine Verkehrssicherungspflichtverletzung der beklagten Stadt ab. Die Schmutzfangmatte sei keine Gefahrenquelle, die es abzuschaffen gilt. Die Gefahr diese mit Stöckelschuhen zu betreten, sei der Theaterbesucherin erkennbar und beherrschbar gewesen.

Sturz mit Pinkeln auf Bahnanlage- Bahn haftet nicht

Bahnanlagen dürfen nicht betreten werden. Tun Reisende dies doch, etwa um dort zu urinieren, und kommt es zu einem Sturz, haftet der Betreiber der Bahnanlage nicht. Auf diesem Gelände besteht für ihn keine Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Reisenden, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 172 C 5701/14).

Redaktion fachanwaltsuche.de

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